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Kommende Buchkritiken
Der Apotheker
The Nature Of Monsters
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Autor
Clare Clark
Genre Historischer Roman
Verlag Heyne ISBN 978-3-453-43356-4 Übersetzung Bernhard Jendricke, Rita Seuß Erscheinungsdatum (D) 2007 Erschienen 2006 Seiten 448 |
Inhalt
Wir schreiben das Jahr 1718. Die junge Eliza ist schwanger, der Vater ihres Kindes hat ihr die Ehe nur vorgetäuscht und nun muss die junge Frau das Haus ihrer Mutter verlassen, um das Gerede der Dorfbewohner zu vermeiden. Ihrer Mutter ist es gelungen, in London eine Anstellung für Eliza zu bekommen, die dort als verheiratete Frau gilt, deren Mann sich im Ausland befindet. Als Eliza bei ihrem Dienstherrn, dem Apotheker Black und dessen Ehefrau eintrifft, sind es ziemlich widrige Zustände, die sie dort vorfindet. Sie muss ihr Nachtlager mit dem geistig zurückgebliebenen Dienstmädchen Mary teilen und erkennt schnell, dass sie am untersten Ende der Hierarchie im Hause Black gelandet ist.
Der seltsame, stets mit einem Schleier verhüllte Apotheker betreibt allem Anschein nach äußerst seltsame und unheimliche Studien, sein Arbeitszimmer darf von niemandem betreten werden. Allmählich wird Eliza klar, dass der eigentliche Zweck ihres Aufenthalts in London ein anderer ist, als sie dachte. Ihre Hoffnung, Mr. Black würde ihr helfen, das unliebsame Kind, das in ihrem Leib heranwächst, loszuwerden, wird bitter enttäuscht. Im Gegenteil ist es eher so, dass das Ehepaar Black offensichtlich großes Interesse an Elizas ungeborenem Baby hat. Als Eliza dann bemerkt, dass auch die geistig behinderte Mary schwanger ist, wird ihr klar, dass große Gefahr im Hause der Blacks lauert.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Es ist das düstere und alles andere als romantische London des beginnenden 18. Jahrhunderts, in das uns die Autorin Clare Clark entführt. Von der ersten Zeile an nimmt sie uns mit in diese alles andere als zimperliche Epoche und nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um derbe Ausdrücke oder ekelhafte Beschreibungen geht. Von der Idealisierung der damaligen Zeit kann in diesem Roman keine Rede sein – und das ist auch gut so. Auch wenn man sich zu Beginn noch an die derbe Sprechweise der Protagonisten gewöhnen muss, bietet „Der Apotheker“ doch einen sehr realistischen Blick in den Alltag der „niederen Dienerschaft“. Eliza ist dabei eine Hauptfigur, der man sich nur allmählich annähert. Ihre Gedanken und Taten sind alles andere als damenhaft und edel, aber dennoch entdeckt man nach und nach den weichen Kern unter der harten Schale.
Es gelingt Clare Clark ausnehmend gut, allmählich die Spannung aufzubauen, eine düstere Bedrohung erahnen zu lassen und dabei den Leser immer wieder dazu anzuregen, über das finstere Geheimnis im Hause Black nachzugrübeln. Vor allem die Figur des Apothekers Black ist geheimnisumwittert und bedrohlich und bietet viel Raum für Spekulationen. Auch wenn man zunächst noch völlig im Dunkeln tappt über dessen Beweggründe und auch von seinen ominösen Briefen, die immer wieder in die Handlung einfließen, ziemlich verwirrt ist, nimmt die Geschichte allmählich Konturen an, die einen das schlimmste vermuten lassen.
„Der Apotheker“ ist ganz sicher kein Meisterwerk der historischen Spannungsliteratur, bietet aber dennoch eine gelungene Mischung von finsteren Geheimnissen und derbem Humor, die Spaß macht.
