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Kommende Buchkritiken
Marina
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Autor
Carlos Ruiz Zafón
Genre Roman
Verlag S. Fischer ISBN 978-3-10-095401-5 Übersetzung Peter Schwaar Erscheinungsdatum (D) 12.04.11 Erschienen 1999 Seiten 352 |
Inhalt
Der junge Óscar Drai besucht eine Schule in Barcelona und lebt auch dort im Internat. Der Fünfzehnjährige fühlt sich hinter den Mauern des Internats wie abgeschottet vom aufregenden Leben in Barcelona, an dem er so gerne teilhaben möchte. Immer wieder streift Óscar durch die verfallenen Villenviertel der Stadt, die von einer längst vergangenen Epoche erzählen. Als er sich eines Tages verbotenerweise Zutritt zu einer dieser Villen verschafft, von der er glaubt, es würde längst niemand mehr dort wohnen, trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Vom ersten Augenblick an ist Óscar wie gebannt von Marina, die mit ihrem Vater Germán in dem großen Haus lebt.
Óscar erkennt schnell, dass Vater und Tochter von einem dunklen Geheimnis umgeben sind, doch noch ahnt er nicht, dass Marina sein Leben für immer verändern wird. Denn ohne es eigentlich zu wollen, werden die beiden Jugendlichen in den finsteren Sog einer längst vergangenen Geschichte gezogen. Es ist der ehemals reichste Mann Barcelonas und dessen tragisches Schicksal, das Marina und Óscar einfach nicht mehr loslassen will. Schreckliche und unheimliche Dinge widerfahren den beiden und noch weiß Óscar nicht, dass das Ende dieses Abenteuers auch das Ende seiner Jugend bedeuten wird…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Auch wenn „Marina“ noch nicht die monumentale und mitreißende Kraft von Zafóns nachfolgenden Büchern „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ aufweisen kann, markiert es doch ganz eindeutig den Übergang von den beeindruckenden Jugendromanen des Autors hin zu atmosphärischer Erwachsenenliteratur. Das bereits 1999 erschienene Buch weist all das auf, was wir bereits von Carlos Ruiz Zafón kennen und ungemein schätzen: eine geheimnisvolle und mystische Geschichte, einen tragischen Helden, der an der Aufgabe, ein schreckliches Rätsel zu lösen, erwachsen wird und viele fantastische Elemente. Hinzu kommt die wunderbare und poetische Sprache des spanischen Autors, die einen unwillkürlich in ihren Bann schlägt. Es gelingt Zafón von der ersten Seite an, den Leser zu fesseln und mitzureißen. Man wird hineinkatapultiert in eine traurige und faszinierende Geschichte voller Melancholie und finsterer Geheimnisse.
“Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.“
So beginnt die Erzählung des fünfzehnjährigen Protagonisten Óscar Drai, und er zeigt uns mit seiner Geschichte, wohin Größenwahn und der Drang nach Rache und Vergeltung einen Menschen führen können. Auf unnachahmliche Weise gelingt es dem Autor, seine Figuren in all ihren Facetten so zu schildern, dass man beinahe das Gefühl hat, sie wären aus Fleisch und Blut.
„Marina“ ist eine dramatische und zugleich tieftraurige Geschichte voller Magie und Leidenschaft, die von einem jungen Mann erzählt, der bis zum Ende um seine große Liebe kämpft.
Wissenswertes
„Marina“ erschien in Spanien bereits 1999 und wurde in Deutschland erstmals am 12. April 2011 veröffentlicht.
