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Kommende Buchkritiken
Das Wörterbuch des Viktor Vau
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Autor
Gerd Ruebenstrunk
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-70224-9 Erscheinungsdatum (D) 10.03.11 Seiten 414 |
Inhalt
Viktor Vau hat eine Lebensaufgabe: Der Professor arbeitet seit Jahrzehnten an einem ganz besonderen Wörterbuch, das eine Sammlung von Begriffen beinhaltet, die auf einzigartig exakte Weise die Welt so präzise wie niemals zuvor beschreiben. Ziel dieses Wörterbuches ist die Heilung von schizophrenen Patienten. Doch in seinem wissenschaftlichen Eifer übersieht Viktor Vau vollends, welche Gefahr sein Lebenswerk birgt.
Als vor der afrikanischen Küste im Meer eine Raumkapsel unbekannter Herkunft entdeckt wird, stößt man darin auf eine mysteriöse Botschaft. Offensichtlich ist sie in exakt der Sprache geschrieben, die Viktor über lange Jahre hinweg entwickelt hat. Ob er will oder nicht, wird der menschenscheue Professor in diese Angelegenheit verwickelt, denn offenbar ist er der Einzige, der diese Botschaft entschlüsseln kann. Doch niemals hätte der Professor mit den Worten gerechnet, die sich förmlich in seine Netzhaut einbrennen, denn sie werden seine gesamte bisherige Welt auf den Kopf stellen und ihm diverse Geheimorganisationen auf den Hals hetzen…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Das Wörterbuch des Viktor Vau“ befasst sich mit einer hoch spannenden und zutiefst faszinierenden Idee: Was, wenn die Abänderung unserer Sprache, wie wir sie bisher kannten, Auswirkungen auf die Psyche und somit auf das Verhalten von uns Menschen hätte? Gerd Ruebenstrunks Gedanken sind durchzogen von philosophischen Ansätzen, die sehr nachdenklich stimmen, zeigen sie doch, auf welch wackeligem Fundament unsere so sicher geglaubte Gesellschaft in Wirklichkeit steht. Vor allem die Tatsache, dass man als Leser nie so recht weiß, in welcher Zeit man sich eigentlich befindet, trägt noch zu diesem Gefühl der latenten Bedrohung unserer vermeintlichen Sicherheit bei. Das Wort und dessen Interpretation stehen im Mittelpunkt von Ruebenstrunks Zeitreise-Roman, was durch die Hauptfigur, den leicht autistischen Viktor Vau, noch betont wird. Vielleicht ist gerade Vaus egozentrisches Verhalten der Grund dafür, dass er einem als Leser nie so recht nahe kommen will. Doch auch zu den anderen Protagonisten bekommt man keinen rechten Bezug, sie wirken allesamt unnahbar und schwer einzuschätzen.
Somit ist es also die Idee, wie sehr die Sprache das Verhalten von uns Menschen beeinflussen kann, die in diesem Roman im Mittelpunkt steht. Auch wenn es nicht immer leicht fällt, den komplizierten Gedankengebäuden des Autors zu folgen, übt „Das Wörterbuch des Viktor Vau“ dennoch eine große Sogwirkung aus. Mit leichter Hand nimmt Ruebenstrunk seine Leser mit auf eine klug konstruierte und faszinierende Reise in die Zeit und überzeugt dabei mit seiner messerscharfen und geradlinigen Sprache.
