Davids letzter Film

Autor: Jonas Winner
Genre: Thriller
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21260-1
Erscheinungsdatum (D) 01.01.11 Seiten 350

Davids letzter Film

Inhalt

Im Auftrag einer Berliner Zeitung begibt sich der Journalist Florian Baumgartner aus seiner Wahlheimat Madrid in die deutsche Hauptstadt. Er soll den umstrittenen Filmemacher David Mosbach porträtieren, ein alter Jugendfreund, mit dem er einst wilde Tage in Berlin verlebt hat. Der Kontakt zu David ist zwar mittlerweile so gut wie abgebrochen, doch immer noch sieht Florian in ihm seinen besten Freund. Doch in Berlin angekommen muss Flo schnell erkennen, dass David seit Tagen vermisst wird. Auch dessen Lebensgefährtin Thea, die in großer Sorge ist, kann Flo nichts über Davids Verbleib sagen. Flo beginnt Nachforschungen anzustellen und ist entsetzt über das, was er herausfindet: Mosbach hat in seinen umstrittenen Filmen sämtliche Grenzen überschritten. Bei der Sichtung des Filmmaterials wird der Journalist mit Bildern konfrontiert, die in ihrer Brutalität und Menschenverachtung kaum auszuhalten sind.

Flo ist hin und her gerissen zwischen Bewunderung für seinen einstigen Freund und Ekel und Abscheu, die ihn erfassen, wenn er an Davids kranke Filme denkt. Mittlerweile ermittelt auch die Polizei gegen Mosbach – und zwar wegen Mordes. Florians Aufenthalt in Berlin entwickelt sich zusehends zu einem psychedelisch anmutenden Horrortrip, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Traum immer mehr verschwimmen.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Von der ersten Seite an ist es vor allem eine Eigenschaft, die den Debütroman von Jonas Winner so faszinierend und atemberaubend spannend macht: die Fähigkeit des Autors, den Leser in den Sog seiner Geschichte hineinzuziehen und ihn nicht mehr loszulassen. Fasziniert folgt man dem Protagonisten Florian auf seiner albtraumhaften Suche nach David – und vor allem nach der Wahrheit. Und ehe man es sich versieht ist man selbst mittendrin – in einem Albtraum aus widerwärtigen und nur schwer zu verkraftenden Filmszenen, die einen mehr und mehr an der Realität zweifeln lassen. Gemeinsam mit Flo hat man das Gefühl, dass die Wirklichkeit allmählich entgleitet, dass man sich quasi im falschen Film befindet. Trotzdem wirkt dieser Psychothriller in jeder Sequenz authentisch, was das Gefühl von bedrohlicher Unwirklichkeit nur noch verstärkt.

Jonas Winner überzeugt in der scharfen Zeichnung seiner Figuren und vor allem in der Schilderung der Schauplätze restlos. Man sieht als Leser quasi vor sich, was geschieht, wird mitgenommen in unheimliche Kellergewölbe, prunkvolle Villen und vor allem in verabscheuungswürdige Filme. Die Idee hinter „Davids letzter Film“ ist ebenso faszinierend wie abstoßend und hallt noch lange nach.
Dieser Psychothriller nimmt den Leser mit auf eine atemlose Reise durch das winterliche Berlin und wartet mit einem Ende auf, das überraschend und klug inszeniert ist.

„Davids letzter Film“ ist der Debütroman des deutschen Autors Jonas Winner, der Dokumentationen und Reportagen für Sender wie ZDF, ARD oder arte drehte und seit 2000 Drehbücher vor allem für Krimis und Thriller schreibt.

Interview mit Jonas Winner zu "Davids letzter Film".

Buchpremiere in Berlin.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen