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Ich dich auch nicht
Mes illusions donnent sur la cour
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Autor
Sacha Sperling
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05385-3 Übersetzung Carina von Enzenberg Erscheinungsdatum (D) 11.03.11 Erschienen 2009 Seiten 212 |
Inhalt
Sacha Winter ist 14 Jahre alt, als er den ebenso charismatischen, wie umwerfenden Augustin kennenlernt. Durch diese Begegnung ändert sich das Leben des Jungen. Er sieht sich mit Situationen konfrontiert, die selbst Erwachsene nur schwer bestehen können. Sacha hat keine Chance. Er verfällt dem Charme und der Wirkung Augustins und beginnt zu rauchen, zu kiffen, zu koksen. Der Alkohol wird bald eine zentrale Rolle im Leben des Schülers spielen und die Liebe kommt … und geht. Sacha erkennt, dass Augustin der ist, den er liebt.
Wie die Zukunft von Sacha Winter aussehen wird, scheint ungewiss. Er ist wie in Watte gepackt, von der Welt abgeschirmt, verlassen…
Buchkritik von Thomas Ays
Sacha Sperling begann laut Verlagsangaben bereits mit 14 Jahren an diesem Buch zu schreiben, verwarf seine Ergüsse wieder und fing mit 16 nochmals von vorne an. Ganz gleich, ob nun 14 oder 16 Jahre alt, die verwendete Sprache von „Ich dich auch nicht“ ist nicht einfach nur als poetisch oder „anders“ zu bezeichnen, sondern ganz klar als besonders, neu, literarisch und schlicht wundervoll. Sicherlich hat die erzählte Geschichte irgendwie etwas mit der des Autors zu tun, ganz übernommen wurde sie wohl nicht, wie wir erfahren werden. Was ist Wahrheit, was Fiktion? Sacha Sperlings Protagonist ist verloren und (vielleicht ohne es zu wissen) verzweifelt. Er weiß nicht, was im Leben zählt und wohin es gehen soll. Er hat keine Ahnung von der Liebe und den wichtigen Dingen im Leben. Und er will es auch gar nicht wissen. Sperling blickt derart schonungslos in die Seele eines 14jährigen, dass es einem pausenlos Schauer über den Körper jagt. Zynisch, sarkastisch, böse wird es in „Ich dich auch nicht“ und sollte nur ein Bruchteil dessen wahr sein, was Sacha Sperling tatsächlich geschehen ist (und davon ist auszugehen!), dann ist es nur als ein Wunder zu bezeichnen, dass der Franzose heute überhaupt noch lebt.
Trotz all der Drogen- und Alkoholprobleme, die der Jugendliche sein Eigen nennt, verurteilt man ihn als Leser jedoch zu keinem Zeitpunkt der Ereignisse. Ein Phänomen, das schwer erklärbar scheint. Die furchtbar hilflose Mutter, der schreckliche Vater und der verlorene und emotionsarme Augustin sind Figuren im Leben des Schülers, die bewirken, dass es unweigerlich so kommen musste. Man muss als Mensch schon sehr bodenständig sein, wenn man da nicht den Halt verliert und der Blick verschwimmt auf das, was wichtig ist im Leben: Sich nicht selbst zu zerstören.
„Ich dich auch nicht“ ist ein literarisches Meisterwerk. Poetisch, kalt, böse, einzigartig. Einmal begonnen, wird man diese Geschichte nicht wieder aus den Händen legen können, bis sie zu Ende erzählt wurde.

