Die Monster von Templeton

The Monsters of Templeton

Die Monster von Templeton

Autor Lauren Groff Genre Roman
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-13986-1
Übersetzung Judith Schwaab Erscheinungsdatum (D) 23.02.09   
Erschienen 2008  Seiten 504

Inhalt

Tief gedemütigt kehrt Willie in ihren Heimatort Templeton zurück. Die Archäologiestudentin hatte an einer Ausgrabungsstätte in Alaska eine Affäre mit ihrem Doktorvater Primus Dwyer, versuchte dessen Ehefrau mit einem Buschflugzeug zu überrollen und muss nun ihrer Mutter Vi beichten, dass sie vermutlich schwanger ist. Just an dem Tag, an dem Willie wieder im Haus ihrer vom Hippie zur Betschwester mutierten Mutter einzieht, taucht im örtlichen Flimmerspiegelsee der Kadaver eines Ungeheuers auf, ein Ereignis, das den ganzen Ort in Atem hält. Während Willie das Ungeheuer und sein Schicksal nicht mehr aus dem Sinn geht, versucht sie, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden. Ihren Vater hat sie nie kennen gelernt und die von Vi über Jahre hinweg präsentierte Geschichte, sie habe drei mögliche Väter aus einer früheren Hippie-WG entpuppt sich als Lüge. Offensichtlich lebt ihr wahrer Vater in Templeton, was Willie dazu veranlasst, in ihrem Stammbaum zu forschen.
Sie stößt dabei auf Marmaduke Temple, den Gründervater von Templeton und dessen bewegtes Leben. Zusehends verschwimmen Gegenwart und Vergangenheit ineinander, und bald schon muss Willie mehr als nur einem Monster ins Gesicht sehen…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs „Die Monster von Templeton“ könnte vieles sein: eine tragikomische Schauergeschichte, die witzige und groteske Suche einer jungen Frau nach ihren Wurzeln, ein Roman, der mit den Gründungsmythen Amerikas jongliert. Doch nichts davon ist dieser Roman der amerikanischen Autorin Lauren Groff am Ende. Hierzu fehlt von Anfang an ein roter Faden, der den Leser in Atem hält. Immer dann, wenn eine gewisse Spannung aufkommt und man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, wechselt Groff die Erzählebene, was unterm Strich einfach nur frustrierend ist. So verliert man unmerklich die Geduld mit dieser zugegeben witzigen und zugleich bizarren Geschichte, die so viel an Potential zu bieten hätte. Immer wieder fühlt man sich an die Romane von John Irving erinnert und über kurze Strecken hinweg gelingt es „Die Monster von Templeton“ auch tatsächlich, einen dramaturgischen Sog zu entwickeln.
Eine verworrene Familiengeschichte, dunkle Flecken in der Vergangenheit und ein mysteriöses Seeungeheuer. All das Stoff für einen unterhaltsamen und zugleich packenden Roman – schade nur, dass es Lauren Groff nur fragmentarisch gelungen ist, diesen entsprechend in Szene zu setzen.

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