Behemoth - Im Labyrinth der Macht

Behemoth

Behemoth - Im Labyrinth der Macht

Autor Scott Westerfeld Genre Jugendbuch
Verlag cbj
ISBN 978-3570139936
Übersetzung Andreas Helweg Erscheinungsdatum (D) 25.04.11   
Erschienen 2010  Seiten 507

Inhalt

Aleksander, Prinz von Österreich-Ungarn und seinem kleinen verbliebenen Gefolge von Maschinisten ist die Flucht vor den Deutschen dank der Hilfe des britischen Flagschiffes Leviathan und seiner Besatzung gerade noch geglückt. Nun geht die rasante Reise weiter nach Konstantinopel, wo die Leviathan eine heikle Mission zu erfüllen hat. Britannien will verhindern, dass das Osmanische Reich in den Krieg eintritt und die Leviathan hat nicht nur die Diplomatin Dr. Barlows an Bord, sondern auch ein wertvolles Geschenk, welches den Sultan milde stimmen soll. Doch Dr. Barlows Mission scheitert auf verheerende Weise, und Aleksander sieht sich plötzlich zusammen mit seinem englischen Freund, dem Kadetten Sharp, erneut mitten in den politischen Wirren des um sich greifenden Krieges. Die Deutschen waren nicht untätig und haben den Sultan ihrerseits umgarnt und geliefert, was England verweigerte: Kriegsschiffe. Aleksander erkennt, dass er neue Verbündete benötigt, um sich und die Leviathan zu retten. Doch sind die Revolutionäre, die er in den Gassen von Konstantinopel aufstöbert, tatsächlich vertrauenswürdig? Während die Briten ihre stärkste Kampfwaffe, den Behemoth, in die Meerenge vor Konstantinopel bringen, muss der Prinz zum ersten Mal im Leben auf eigenen Füßen stehen.

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 3 von 5 Bs Mit „Behemoth – Im Labyrinth der Macht“ führt Scott Westerfeld seine Geschichte aus „Leviathan“ spannend, stimmig und ereignisreich fort. Erneut folgt die Handlung den realen geschichtlichen Ereignissen aus dem Ersten Weltkrieg. Doch Westerfeld hat sich eigene, neue Figuren einfallen lassen und auch die Geschehnisse nehmen ihren eigenen Lauf. Benötigte „Leviathan“ noch einige Zeit, um mit der Geschichte in Schwung zu kommen, ist „Behemoth“ von Beginn an kurzweilig und abwechslungsreich gestaltet. Scott Westerfelds Ideen von Maschinen und darwinistischen Tierschöpfungen faszinieren wieder und die fabelhaften und liebevoll gestalteten Zeichnungen von Keith Thompson tun ihr Übriges, damit man diese eigentümliche Welt, die Historie und Science-Fiction vereint, bald vor Augen hat. Jugendliche Technikfreaks werden hier erneut ihre helle Freude haben. Nicht zuletzt, weil Scott Westerfeld auch die Actionfrequenz hoch hält.
Je weiter die Handlung von „Behemoth“ voranschreitet, desto mehr zeigen sich jedoch abseits einer temporeichen Handlung Schwächen bei der Figurenzeichnung. Natürlich mag man Alex und Dylan nach wie vor, sie sind weiterhin sympathisch, doch emotional entwickeln sich Westerfelds Figuren nicht entscheidend weiter. Sie bleiben trotz ihrer überstandenen Schicksalsschläge und zu hütenden Geheimnisse ohne neue Facetten. Stattdessen weicht Westerfeld auf neue Figuren, wie das Mädchen Lilit oder den Reporter Malone, aus. Die sind zwar nett, gleichen aber nicht aus, dass man sich von Alek und Dylan in diesem Band einfach mehr emotionale Tiefe erwartet hatte.
Die Geschichte von „Behemoth“ bleibt bis zum Ende abwechslungsreich und Scott Westerfelds gefälliger Erzählstil lässt einen das Buch gewohnt zügig lesen. Dennoch vermisst man das charismatische Duo, als das sich der Mechanisten-Prinz Alex und der als Junge verkleidete Kadett Dylan noch im ersten Band präsentierten. Damit büßt „Behemoth – Im Labyrinth der Macht“ leider von seiner Atmosphäre ein.

Wissenswertes

Die Illustrationen stammen von Keith Thompson.

Die Reise der Leviathan umfasst folgende Bände:
Leviathan - Die geheime Mission
Behemoth - Im Labyrinth der Macht
Goliath - Die Stunde der Wahrheit

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