Endzeit

The Rapture

Endzeit

Autor Liz Jensen Genre Thriller
Verlag dtv
ISBN 978-3423248440
Übersetzung Susanne Goga-Klingenberg Erscheinungsdatum (D) 01.04.11   
Erschienen 2009  Seiten 400

Inhalt

Gabrielle Fox hat vom Leben nicht unbedingt die sonnige Seite gebucht. Nach einem schweren Autounfall an den Rollstuhl gefesselt, kämpft die Psychotherapeutin damit, nicht ihr eigener Patient zu werden. Begehrenswert, schön und langbeinig war gestern, heute ist der normale Wocheneinkauf eine Herausforderung. Umso dankbarer ist Gabrielle, dass man ihr in der Klinik Oxsmith die Chance gibt, endlich wieder zu arbeiten. Gabrielles schwierigste Patientin ist die 16-jähirge Bethany. Ein durchgeknallter Teenager, der die eigene Mutter ermordet und der schon mehrere Therapeuten verschlissen hat. Sie ist stark selbstmordgefährdet und malt mit Vorliebe dunkle Visionen von nahenden Umweltkatastrophen. Zunächst schenkt Gabrielle diesen Prophezeiungen wenig Beachtung und tut sie als Teil ihrer Psychose ab, doch Bethanys Katastrophen-Vorhersagen treffen ein ums andere mal ein und als sie den Beginn der Endzeit – die ultimative Apokalypse vorhersagt, schrillen bei Gabrielle alle Alarmglocken. Könnte Bethany Recht haben und das Ende der Welt, wie wir sie kennen, tatsächlich gesehen haben?

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 4 von 5 Bs In einer Zeit, in der die Nachrichten von Tsunamis berichten, die Inseln überspülen, Erdbeben Atommeiler bersten und das Schmelzen der Polkappen die Wasserpegel auf der Welt ansteigen lassen, wirkt der Öko-Thriller von Liz Jensen wie die bedrohliche Vorschau auf das, was uns noch bevorstehen mag. Die Autorin hat für „Endzeit“ ein extremes, aber nicht unrealistisches Bild einer erwärmten Erde entworfen, die sich nicht zuletzt durch die Ignoranz der Menschen auf einen dramatischen Wendepunkt zubewegt. Jensen verbindet das Katastrophen-Element geschickt mit der persönlichen Geschichte ihrer traumatisierten Hauptfigur Gabrielle Fox. Das Szenario gewinnt dadurch eine persönliche Dimension, die alles greifbarer und realistischer macht und verhindert, dass die Geschichte in trockener Wissenschaftlichkeit versandet. In einem gefälligen Schreibstil, der mit Ironie, Sarkasmus und griffigen sprachlichen Bildnissen punktet, führt Jensen in ihre Szenerie ein und macht neugierig, auf das was noch kommen mag. Dreh- und Angelpunkt ist in der ersten Buchhälfte die Beziehung zwischen Gabrielle und Bethany, dem gestörten und visionären Teenager. Mit Bethany ist Liz Jensen eine verstörend faszinierende Figur gelungen, die die Szenerie beherrscht, sobald sie auftaucht und die man von Beginn an vor Augen hat. Durch die Buchstaben hindurch bereitet sie einem körperliches Unbehagen.

Liz Jensen gibt „Endzeit“ einen packenden Spannungsbogen, der sich zwischen psychologischer Gesellschaftsanalyse, Liebesgeschichte und Katastrophen-Thriller entwickelt und der sich gegen Ende noch einmal zuspitzt. Auch wenn sich die Handlung in der zweiten Buchhälfte stark in den Bereich der Spekulation begibt, die Thrilleraspekte abnehmen und nicht nur die eingebaute Liebesgeschichte eine eher stereotype und damit vorhersehbare Entwicklung nimmt, ist man von den sich überschlagenden Ereignissen bis zum Schluss gebannt. Liz Jensen führt ihre Geschichte konsequent zu Ende und widersteht der Verlockung, die Dinge auf der Zielgeraden noch weichzuspülen. „Endzeit“ wird so zu einer runden Sache mit ansprechendem Unterhaltungswert, der mit seinem Blick in die Zukunft auch nachdenklich stimmt.

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