Gormenghast - Der letzte Lord Groan

Titus Alone

Gormenghast - Der letzte Lord Groan

Autor Mervyn Peake Genre Fantasy
Verlag Klett-Cotta
ISBN 978-3608939231
Übersetzung Annette Charpentier Erscheinungsdatum (D) unbekannt   
Erschienen 1959  Seiten 324

Inhalt

Nach der finalen Auseinadersetzung mit dem Emporkömmling Steerpike und der Überflutung des Schlosses lässt Titus Groan, der 77. Lord, Gormenghast hinter sich und begibt sich in die Welt jenseits der düsteren Mauern seiner Geburtsstätte. Schon bald erscheint ihm seine einstige Heimat wie ein dunkler Traum. Titus gelangt ausgehungert und abgerissen in eine Stadt, die inzwischen auf dem Weg in eine moderne Zukunft von der Zunft der Wissenschaft beherrscht wird. Hier trifft er Muzzlehatch, der Retter und Freund für ihn wird. Und er trifft auf Juno, die Liebe und Leidenschaft in ihm weckt.

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 3 von 5 Bs In dem dritten Band seiner Gormenghast-Geschichte lässt Autor Mervyn Peake seinen jungen Helden Titus die Mauern seiner Heimat verlassen. Aller seiner bisherigen Figuren und Handlungsorte beraubt, liegt der Fokus dieses Bandes auf dessen unbändigem Drang nach Freiheit und einer Welt, die zunehmend von der Moderne geprägt ist und im krassen Gegensatz zum ritualgeprägten Gormenghast steht. Peake lässt den 77. Lord Groan sich die Hörner abstoßen, Leidenschaft und Liebe entdecken und die Welt außerhalb einer sicheren Umgebung erfahren. Er hinterfragt dabei kritisch den Glauben an Forschung und Wissenschaft, die zu den neuen Götzen der Welt geworden sind. Mit Muzzlehatch, Juno und Cheeta hat „Der letzte Lord Groan“ erneut skurrile und interessante Charaktere zu bieten. Mervyn Peake bleibt sich in Sprache und Stil treu, und so ist auch dieser Band geprägt von einer düsteren und morbiden Grundstimmung und angefüllt mit ausführlichen Betrachtungen der ganzen Bandbreite menschlicher Verhaltesweisen. Peake verwendet erneut viele Worte auf die Schilderung absonderlicher Ausprägungen und so sind es auch hier erneut die sprachlichen Bilder, die beeindrucken. Die Handlung, die Peake darum herumgebaut hat, ist allerdings weniger packend als im vorherigen Band und wirkt wie eine lose und teils wirre Aneinanderreihung von Begegnungen. Absonderlichkeit folgt Absonderlichkeit. Die kurze Kapiteleinteilung bringt dabei zwar die fiebrige Stimmung des Buches gut zum Ausdruck, ist jedoch zunehmend ermüdend. Es bleibt fast durchweg anstrengend, Titus auf seiner Reise zu folgen und dabei hinter Mervyn Peakes Intentionen zu blicken.

Wissenswertes

Durch einen übereifrigen Lektor in wesentlichen Teilen gänzlich verändert, war der dritte Band „Der letzte Lord Groan“ von Mervyn Peakes Geschichte um den Erben von Gormenghast zunächst von der Kritik nicht gut aufgenommen worden. In mühseliger Kleinarbeit rekonstruierte der Autor und Anthologist Langdon Jones das Originalskript von Peake, das dieser Neuauflage zugrunde liegt.

Die Geschichte um die Bewohner des Schlosses Gormenghast wurde 2010 und 2011 von Klett-Cotta erneut aufgelegt:

Die komplette Geschichte umfasst folgende Bände:

Band 1:
Gormenghast - Der junge Titus
Band 2:
Gormenghast - Im Schloss
Band 3:
Gormenghast - Der letzte Lord Groan
Band 4:
Gormenghast - Titus erwacht

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