Red Riding Hood - Unter dem Wolfsmond

Red Riding Hood

Red Riding Hood - Unter dem Wolfsmond

Autor Sarah Blakley-Cartwright, David Leslie Johnson Genre Jugendbuch
Verlag cbt
ISBN 978-3570161241
Übersetzung Reiner Pfleiderer Erscheinungsdatum (D) 21.02.11   
Erschienen 2011  Seiten 296

Inhalt

Das kleine Dorf Daggorhorn liegt abseits und abgeschieden am Waldrand. Die Menschen hier leben seit sie denken können mit der Angst. Der Angst vor dem großen bösen Wolf. Opfer sollen ihn besänftigen, und tatsächlich ist seit Jahren kein Opfer mehr zu beklagen. Eine trügerische Ruhe. Valerie fühlt sich nicht zu ihrem Dorf zugehörig. Das blonde Mädchen mit den stechend grünen Augen ist anders. Das wird ihr immer dann besonders bewusst, wenn sie bei der Großmutter in den Bäumen sitzt und auf das Dorf hinunter blickt. Hier oben ist sie frei. Die Ereignisse in Daggorhorn beginnen sich zu überschlagen, als nach zehn Jahren Valeries Kinderfreund Peter zurück ins Dorf kommt und Valerie, mittlerweile 17 Jahre alt, erneut in leidenschaftlicher Liebe zu ihm entflammt. Doch sie ist bereits dem reichen Schmid-Sohn Henry Lazar versprochen. Die Gefühle fahren Achterbahn, doch dann wird ein Mädchen nach dem Erntefest zerfleischt aufgefunden. Der Wolf ist zurück…

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 2 von 5 Bs Wer kennt es nicht, das Märchen von Rotkäppchen, dass durch den finsteren Wald zur Großmutter geht mit seinem Korb voll Wein und Kuchen. Doch was ist Rotkäppchen für ein Mädchen? Woher kommt es, wo lebt es? Und wie sah seine Beziehung zum großen bösen Wolf wirklich aus? Auf der Basis des Drehbuchs von David Leslie Johnson zum Film „Red Riding Hood“ hat die junge Autorin Sarah Blakley-Cartwright sich auf die Spurensuche dieser besonderen Dreiecksgeschichte gemacht. Herausgekommen ist ein Buch, das geprägt ist von düsterer Romantik und das versucht, diese Atmosphäre an den Leser weiterzugeben. Was als Film mit seinen optischen und musikalischen Möglichkeiten sicherlich gut funktionieren kann, wirkt auf Papier zu sehr gewollt. Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin die Bilder der Kulissen vor Augen hatte und unbedingt wollte, dass sich ihre Faszination auch im Medium Buch wieder findet. Leider gelingt es Sarah Blakley-Cartwright jedoch nicht, aus dem Drehbuch eine eigene, kraftvolle Geschichte zu machen. Die Handlung wirkt wie eine Zusammenstellung von vielen Einzelsequenzen, denen ein gewisses verbindendes Element fehlt. Die Figuren erscheinen, trotz der Versuche, ihnen Facetten zu geben, oberflächlich, stereotyp und agieren im Kontext nicht immer sinnvoll. Wo Bilder erklären und Schauspieler gekonnt agieren, sind in einem Buch eben mehr Worte nötig, um das gleiche zu vermitteln.

„Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond" ist eine klassisches „Buch zum Film“. In Verbindung mit dem Film kann man sich sicherlich zurück in das Dörfchen Daggorhorn träumen. Für sich alleine entwickelt die Geschichte jedoch zu wenig erzählerische Kraft, um zu begeistern. Was sehr schade ist, da die Neuinterpretation des klassischen Märchenstoffes doch so einige spannende neue Blickwinkel eröffnet und die Figuren in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Wissenswertes

Die Verfilmung kam am 21. April 2011 in die Kinos.

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