1984

Autor: George Orwell
Genre: Science Fiction
Verlag: Ullstein TB
ISBN: 3-548-23410-0
Erscheinungsdatum (D) 1949 Erschienen 1949
Seiten 393
Übersetzung Michael Walter

1984 Nineteen Eighty - Four

Inhalt

Die Welt im Jahre 1984: Ozeanien ist eine von drei Supermächten, die in diesen Tagen die Erde beherrscht. Der fiktive Führer Ozeaniens ist der „Große Bruder“, es gibt nur eine einzige Partei und das Staatssystem basiert auf der totalen Überwachung der Bevölkerung und der Veränderlichkeit der Vergangenheit.
Im Ministerium für Arbeit, einem der vier Ministerien von Ozeanien, ist Winston Smith beschäftigt. Er ist dafür verantwortlich, Zeitungsberichte zu fälschen, um unkorrekt getroffene Vorhersagen der Partei zu berichtigen und Personen, die getötet wurden, weil sie der Partei gefährlich wurden, aus jeglichen Erinnerungen zu löschen.
Da der Staat die gesamte Bevölkerung dauerhaft überwacht, ja sogar versucht ihre Gedanken zu kontrollieren, um Gegner der Partei zu finden und auszumerzen, gibt Winston nach außen hin vor, ein Bürger ganz nach den Idealen des Staates zu sein. Er denkt nichts, fragt nichts, stellt das Staatssystem nicht in Frage. Doch in Wirklichkeit ist er ein Parteigegner und versucht Verbindung zu einer Untergrundbewegung - der geheimen Bruderschaft - aufzunehmen. Bald darauf verliebt er sich außerdem in Julia und die beiden beginnen sich heimlich zu treffen. Zu diesen Zeitpunkt ahnt Winston noch nicht, wie weit die Macht der Partei wirklich reicht...

Buchkritik von Karolin  Kullmann

George Orwell ist es mit seinem Roman wahrlich gelungen zu schockieren und vor allem zum Nachdenken anzuregen. Der Autor kreiert eine düstere und pessimistische Atmosphäre, die sich sofort auf das Gemüt des Lesers niederschlägt, denn er schuf in „1984“ eine ganz eigene Welt fernab von allem Vorstellbaren. Es ruft außerdem ein sehr beklemmendes Gefühl hervor, wenn man von Menschen liest, die abgestumpft und ohnmächtig in einem totalitären Staat ihr kümmerliches Dasein fristen, in ihrem entmenschlichten Leben bis ins kleinste Detail kontrolliert und aller Intimsphäre beraubt werden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der allseits bekannte Ausspruch „Big Brother is watching you“ aus eben diesem Roman stammt. Erstaunlich ist, dass Orwell sein Werk zwar schon 1948 verfasst hat, es aber trotzdem in vielen Grundzügen einem Staatssystems ähnelt, das doch erst später in Deutschland entstand. Somit schuf der Autor mit „1984“ eine erschreckende Zukunftsvision, die sich sogar in Teilen bewahrheitet hat. In diesem Buch gibt es letztlich so viele versteckte Hinweise, dass man mit deren Analyse viele weitere Bücher füllen und über jeden Teil von Orwells ausgeklügeltem Staat seitenweise philosophieren könnte.

„1984“ ist also nicht umsonst ein Klassiker der modernen Literatur - mit viel Anspruch und kritischen Ansichten ein absolut gelungener Roman, der hoffentlich noch viele Leser für sich gewinnen wird.

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