Allmen und die Libellen

Autor: Martin Suter
Genre: Roman
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-80305-1
Erscheinungsdatum (D) 04.01.11 Seiten 195

Allmen und die Libellen

Inhalt

J. F. v. Allmen ist ein Lebemann, wie er im Buche steht. Er schätzt die schönen (und teuren) Dinge des Lebens über alles und hat mit diesem Lebensstil fast sein ganzes Vermögen durchgebracht. Darüber hinaus ist Allmen allerdings auch ein vollendeter Gentleman, der nach Möglichkeit niemandem sein Geld schuldig bleiben möchte und stets bestrebt ist, seine Schulden zurückzubezahlen. Aus diesem Grund hat er sein hochherrschaftliches Anwesen verkauft und ist mit seinem aus Guatemala stammenden Gärtner und Faktotum Carlos ins Gärtnerhaus umgezogen.

Allmen hält sich mit dem Verkauf von teuren Antiquitäten aus seinen früheren Beständen über Wasser und schreckt auch nicht davor zurück, bei Gelegenheit das eine oder andere kostbare Stück zu veräußern, das er sich auf illegalem Weg beschafft hat. Dabei ist ihm die diskrete Geschäftsbeziehung zu einem Antiquitätenhändler, der nie nach der Herkunft der Schätze fragt, eine große Hilfe. Doch dann bekommt Allmen es mit einem Gläubiger zu tun, der nicht vor roher Gewalt zurückschreckt, um Allmens Schulden einzutreiben – und die sind in diesem Falle beträchtlich. Da scheint es fast ein Wink des Schicksals zu sein, dass Allmen eines Abends von der schamlosen Jojo in die pompöse Villa ihres Vaters abgeschleppt wird und dort auf fünf kostbare Jugendstil-Schalen stößt, die die Lösung all seiner Probleme zu versprechen scheinen. Doch Allmen ahnt nicht, dass dieser Fund ihn das Leben kosten könnte…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Der Schweizer Autor Martin Suter stellt uns mit seinem neuen Helden J. F. v. Allmen einen Lebemann und Hochstapler vor, wie er sympathischer und liebenswerter kaum sein könnte. Von der ersten Sekunde an schließt man diesen Schwerenöter mit all seinen Schrullen und Macken in sein Herz, was ohne Frage Martin Suters großer Gabe der Charakterzeichnung zu verdanken ist. Immer wieder gelingt es dem Autor scheinbar mühelos, Menschen zu beschreiben, wie wir sie alle zu kennen vermeinen. Gebannt folgt man Allmens Täuschungsmanövern, seinen Bemühungen, alle Welt davon zu überzeugen, dass er nach wie vor der schwerreiche und mondäne Kunstsammler ist, der er vor Zeiten einmal war. Humorvoll und mit einer großen Portion Augenzwinkern erzählt uns Suter eine Geschichte, die sich immer mehr zum Kriminalfall ausdehnt und trotz vieler haarsträubender Wendungen stets glaubhaft und überzeugend bleibt.

Immer wieder blitzen hier landestypische Eigenarten durch, die die Geschichte um Allmen und sein lebenserfahrenes Faktotum Carlos so sympathisch und liebenswert machen. Blitzgescheit und voller Raffinesse schlagen diese beiden einen Haken nach dem anderen und lassen ihre Verfolger am Ende ziemlich alt aussehen. Martin Suter hat mit Allmen und Carlos ein witziges und ungewöhnliches Ermittlerduo erschaffen, das Vorfreude auf weitere Fälle weckt.

Die Serie um den Ermittler J. F. v. Allmen und seinen Butler Carlos umfasst folgende Bände:
Allmen und die Libellen
Allmen und der rosa Diamant
Allmen und die Dahlien
Allmen und die verschwundene María




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