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Kommende Buchkritiken
Schweigt still die Nacht
The Replacement
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Autor
Brenna Yovanoff
Genre Jugendbuch
Verlag script 5 ISBN 978-3-8390-0127-1 Übersetzung Jessika Komina, Sandra Knuffinke Erscheinungsdatum (D) 15.01.11 Erschienen 2010 Seiten 368 |
Inhalt
In der kleinen Stadt Gentry, in der Mackie Doyle mit seiner Familie lebt, ist nichts, wie es zunächst scheint. Es fängt schon damit an, dass Mackies Familie eigentlich gar nicht seine wirkliche Familie ist. Vor vielen Jahren wurde er ausgetauscht, wurde anstelle des richtigen Malcolm Doyle in dessen Wiege zurückgelassen. Doch Mackie ist weit davon entfernt, ein normales, „menschliches“ Leben zu führen. Er kann den Geruch von Blut nicht ertragen und Metall verursacht ihm auf der Haut fürchterliche Schmerzen. Außerdem sieht man ihm den Freak schon von weitem an. Und doch liebt er seine „Schwester“ Maggie und seine „Eltern“ über alles und hat zugleich permanente Schuldgefühle wegen dem, was er in Wirklichkeit ist.
Jeder Bewohner von Gentry weiß, dass immer wieder Babys und Kleinkinder verschwinden und durch andere Wesen ausgetauscht werden, die aber meistens nicht lange in der Welt der Menschen überleben können. Doch als Natalie, die Schwester von Mackies heimlicher Liebe Tate stirbt, kommt es zur Konfrontation der beiden Welten. Denn Tate weiß, dass es nicht ihre richtige Schwester ist, die zu Grabe getragen wird – und sie zwingt Mackie zum Handeln…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Es ist eine unheimliche, tragische und nachdenklich stimmende Geschichte, die uns die amerikanische Autorin Brenna Yovanoff mit ihrem Debütroman präsentiert. Mackie ist ein tragischer Held, der uns von der ersten Zeile an sympathisch ist, der unser tiefes Mitgefühl hat. Denn er befindet sich in einer Situation, an der er keine Schuld trägt, die ihn aber daran hindert, ein „normales“ Leben zu führen. Hier sind wir auch schon bei der Kernaussage dieses Jugendbuchs angekommen: Was ist eigentlich normal? Wodurch zeichnet sich ein Freak aus? Ist es wirklich erstrebenswert zum Durchschnitt zu gehören? Obwohl Mackie alles andere als ein normaler Jugendlicher ist, wünscht er sich doch nichts mehr, als dazuzugehören. Und doch hat er immer das Gefühl, ein hässlicher und ungeliebter Außenseiter zu sein. Mit ihrer schaurig schönen und gespenstischen Geschichte zeigt uns Yovanoff, dass wir manchmal gezwungen sein können, uns von der breiten, „schönen“ Masse abzuheben – und dass es genau das ist, was unserem Leben Tiefe und Ausdruck verleiht.
Auch wenn in „Schweigt still die Nacht“ Elemente der mittlerweile leider etwas abgenutzten Vampirthematik enthalten sind, hebt sich dieses Jugendbuch doch von der beinahe schon klischeehaft gewordenen „Blutsauger“-Literatur ab. Wir begegnen Wiedergängern aus den alten Volkssagen und grausam anzuschauenden Untoten – und das ist einfach nur herrlich schaurig! Doch im Vordergrund steht immer der tragische Mackie, dem am Ende nichts anderes bleibt, als sich seinen Dämonen zu stellen.
Somit ist „Schweigt still die Nacht“ neben einem packenden und schaurigen Jugendroman auch ein Buch, das Mut macht, sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen und seine Schwächen auch als das sehen zu können, das für andere liebenswert oder besonders wirkt.
Wissenswertes
"Schweigt still die Nacht" ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Brenna Yovanoff.
