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Kommende Buchkritiken
Schuldig
The Tenth Circle
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Autor
Jodi Picoult
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05030-2 Übersetzung Ulrike Wasel , Klaus Timmermann Erscheinungsdatum (D) 24.02.11 Erschienen 2006 Seiten 416 |
Inhalt
Daniel Stone und seine 14-jährige Tochter Trixie verbindet ein ganz besonders inniges Verhältnis. Der Comiczeichner liebt seine Tochter über alles und schafft für sie schon seit ihrer Geburt eine Welt voller Heldengeschichten, während seine Frau Laura als Dozentin an der Universität arbeitet. Als Trixie eines Abends völlig außer sich nach Hause kommt und Daniel erzählt, dass sie vergewaltigt worden sei, bricht für ihn das heile Familienidyll wie ein Kartenhaus zusammen. Es ist auf einer Party passiert, auf der Trixie eigentlich gar nicht hätte sein dürfen. In der Hoffnung, Jason, der vor kurzem mit ihr Schluss gemacht hatte, wieder zurückgewinnen zu können, war sie zu der Party gegangen, an deren Ende sie offensichtlich von Jason vergewaltigt wurde.
Als kurz darauf Jason unter merkwürdigen Umständen ums Leben kommt, konzentriert sich die Polizei mit ihren Ermittlungen verständlicherweise auf Trixie und ihre Familie. Auf einen Vater, der für seine Tochter durchs Feuer gehen würde, auf eine Mutter, die bereut, im entscheidenden Augenblick nicht für ihre Tochter da gewesen zu sein – und auf eine 14-Jährige, die mit dem bisher schlimmsten Trauma ihres jungen Lebens zu kämpfen hat. Trixie sieht keinen anderen Weg mehr, als davonzulaufen – und landet in Alaska und an einem Ort, mit dem ihr Vater untrennbar verbunden ist…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Jodi Picoult ist eine wahre Meisterin darin, Stimmungen und Emotionen zu beschreiben, so dass beim Leser der Eindruck entsteht, er würde das Geschilderte gerade selbst erleben. Dabei verwickelt sie ihre Leser emotional so stark in die Ereignisse, dass es schwer fällt, die Grenze zwischen richtig und falsch klar auszuloten. Ein Vater muss erfahren, dass seine über alles geliebte und zärtliche behütete Tochter brutal vergewaltigt wurde. Ein Horrorszenario für alle Eltern und auch wenn Jasons Schuld nicht eindeutig bewiesen werden kann, weiß man als Leser doch ganz klar, auf welcher Seite man steht. Obwohl Trixies Geschichte mehr und mehr ins Wanken gerät und sich so manche Logiklücke auftut, versteht man doch die verzweifelten Aktionen des Vaters, um die heile Welt seiner Tochter zu bewahren. Mit „Schuldig“ zeigt Jodi Picoult, wie fließend der Übergang manchmal sein kann. Es geht ihr dabei nicht darum, einen Schuldigen ausfindig zu machen, sondern vielmehr um die Missverständnisse, die aus einem Akt eine Straftat machen können.
Immer mehr wird deutlich, dass Jason hierbei keinesfalls als einziger auf der Anklagebank sitzen darf. Picoult weckt eine Ahnung davon, wie sehr das Schweigen innerhalb einer Familie, die kaum zu spürende Distanz und der unausgesprochene Verrat dafür sorgen, dass es Geheimnisse gibt, die fatale Folgen haben können. Am Ende steht die Frage, wie wichtig es tatsächlich ist, das Wort „Nein“ auszusprechen. Muss man unbedingt nein sagen, um zum Ausdruck zu bringen, dass man nein meint?
„Schuldig“ ist ein atmosphärisch dichter und absolut packender Roman, mit dem Picoult einmal mehr ihr tiefes Verständnis für ihre Figuren und deren Handlungen zum Ausdruck bringt.
