Ascheherz

Ascheherz

Autor Nina Blazon Genre Jugendbuch
Verlag cbj
ISBN 978-3-570-16065-7
Erscheinungsdatum (D) 10.01.11   Seiten 544

Inhalt

Sie ist auf der Flucht vor dem Blutmann. Das ist das einzige, dessen sich Summer sicher ist. Ohne Gedächtnis reist sie von Stadt zu Stadt. Von Identität zu Identität. Immer in der Gewissheit, dass ER sie irgendwann schnappen wird. Und immer auf der Suche nach Erinnerungen. Das Schicksal hat sie in die Hafenstadt Maymara getrieben, wo sie als Schauspielerin ihren Unterhalt bestreitet. Doch das wahre Theaterstück ist ihr Leben. Das wird Summer endgültig klar, als der geheimnisvolle Anzej ihr das Leben rettet. Nun sind sie zu zweit auf der Flucht und reisen in die Nordlande, auf der Suche nach Summers Leben. Anzej weckt in Summer die Gefühle einer verlorenen Liebe, die stärker war, als der Tod. Einst war sie eine Todesbotin, eine von Lady Mars Dienerinnen, deren Kuss den Tod schenkt. Doch dann betrog sie Lady Tod und schenkte einem Todgeweihten das Leben. Ein Verbrechen, das nur mit ihrem eigenen Tod gestühnt werden kann. Oder kann Summer die Lady erneut narren und ihre große Liebe noch retten?

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 4 von 5 Bs Nicht nur optisch hat „Ascheherz“, das neue Buch von Nina Blazon, mit ihrem anderen Werk „Faunblut“ einiges gemeinsam. Es ist wohl kein Zufall, dass sich die Cover ähneln, treffen wir doch wieder auf eine alte geheimnisvolle Feindin: Lady Mar, die Lady Tod. Wer nun eine Fortsetzung von Jades Abenteuern aus „Faunblut“ erwartet, wird seine Hoffnungen nicht erfüllt finden. „Ascheherz“ spielt zwar auf vergangene Ereignisse an, bietet aber eine neue, eigene Geschichte, die von Beginn an fasziniert, weil man wie die Heldin Summer so gut wie nichts weiß und mit ihr zusammen die Welt und die Geheimnisse ihres Schicksals ergründen darf. Je mehr man über Summer und ihre Geschichte erfährt, desto mehr möchte man über ihr Leben als Todesbotin erfahren. Es ist besonders diese Facette der Handlung, die zwischen Märchen, Mythos und philosophischer Betrachtung begeistert.

Mit dem ihr eigenen, scheinbar unerschöpflichen Ideenreichtum hat die Autorin erneut eine bunte Welt kreiert, in der die Moderne das Fantastische trifft und zu einer spannenden Mischung verschmilzt. Mitten drin ein Mädchen, das sein Gedächtnis verloren hat und nach seinen Erinnerungen sucht. Immer von der Angst vor einer dunklen Bedrohung und der Ahnung einer großen Liebe getrieben. Nina Blazon hat sich erneut nicht darauf beschränkt, eine interessante Hauptfigur zu kreieren, sondern stellt ihr auch facettenreiche und undurchsichtige Freunde und Feinde an die Seite. Bleibt einem Summer ab und an etwas fern, hat man zu Figuren wie Moira oder Farrin schnell einen Zugang. Das ist schade, denn ist es doch Summers Geschichte, die Nina Blazon sprachgewandt und romantisch erzählt.

Mit „Ascheherz“ gibt Nina Blazon dem Tod nicht nur ein Gesicht, sondern auch ein Herz und eine Liebesgeschichte. Die Autorin verbindet dabei nicht nur Romantik und Dramatik zu einer spannenden Handlung, sondern begeistert auch mit der richtigen Prise Philosophie. Man kann den Zauber der Erzählung sehen, der zwischen den Zeilen liegt.

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