Das Angstmacherchen

Autor: Markus Heitz
Genre: Bilderbuch
Verlag: Baumhaus Verlag
ISBN: 978-3-8339-0437-0
Erscheinungsdatum (D) 15.10.10 Seiten 25

Das Angstmacherchen

Inhalt

Ole ist eigentlich ein ganz mutiger Junge. Er klettert auf Bäume, fährt einhändig Fahrrad und traut sich beim Schwimmen sogar schon ins tiefe Becken. Er geht auch ganz allein in den dunklen Keller, um Saft zu holen. Aber wenn ein Gewitter kommt, ist Ole gar nicht mehr mutig. Er verkriecht sich dann unter seiner Bettdecke und hat furchtbare Angst.
Beim letzten Gewitter hat er aus Versehen unter der Bettdecke hervorgeschaut – und da hat er es gesehen! Ein kleines, uraltes Männchen, das auf seinem Nachttisch saß und ihn gemein angrinste. Es griff in ein kleines Kistchen, das neben ihm stand und nahm eine Handvoll Staub heraus, die es im Zimmer umherpustete. Dieser Staub sei für Ole, sagte es böse und sofort hatte Ole wieder Angst. Das Männchen sagte, dass es das Angstmacherchen sei und für jedes Kind die passende Angst dabei habe. Es lachte noch einmal fies und verschwand dann.

Am nächsten Tag fragt Ole seine Freunde auf dem Spielplatz, ob sie auch Angst haben. Jeder erzählt ihm von seiner Angst und Ole berichtet ihnen daraufhin vom Angstmacherchen und dass er vorhabe, es zu fangen. Zusammen beschließen sie, es dem Angstmacherchen zu zeigen, denn sie wollen keine Angst mehr haben. Beim nächsten Gewitter übernachten sie alle bei Ole und bauen sich aus Decken und Kissen eine große Höhle, in der sie sich verstecken. Kaum zuckt der erste Blitz, als auch schon das Angstmacherchen auftaucht und sie alle mit seinem Pulver bestäuben will. Doch zusammen sind die Freunde stark und das Angstmacherchen hat gegen sie keine Chance mehr…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Jedes Kind hat seine eigenen Ängste – und Erwachsene wohlgemerkt auch. Markus Heitz nimmt sich in diesem Bilderbuch der Kinderängste an und zeigt Kindern im Vorschulalter, dass die meisten davon unbegründet sind. Er wählt dafür eine Figur, ein kleines, uraltes und bitterböses Männchen, aus, das er Angstmacherchen nennt. Dieses Angstmacherchen kennen auch wir Erwachsenen zur Genüge. Es taucht zumeist nachts auf und plagt uns mit finsteren Gedanken und Sorgen. Kinderängste sind meist noch nicht so subtil wie die von Erwachsenen, aber dennoch nicht minder Furcht einflößend. Das Bild, dass ein Männchen auf dem Nachttisch sitzt und Angststaub ins Zimmer wirft, ist für Kinder sehr gut vorstellbar. Hier bekommen ihre Ängste ein Gesicht. Zugleich zeigt Heitz aber, dass die meisten Ängste gar nicht so schlimm sind, wenn man zusammenhält und ihnen gemeinsam die Stirn bietet. Zugleich fordert er die Kinder dazu auf, über ihre Ängste zu reden, denn oftmals können die Erwachsenen die Dinge so erklären, dass man sie besser versteht und sich keine Sorgen mehr darüber zu machen braucht.

Die Illustrationen, die von Monika Parciak stammen, sind sehr kindgerecht und überzeugen in ihrer Einfachheit. Die manchmal beängstigende Stimmung wird sehr gut eingefangen, ohne dass die Figur des Angstmacherchens zu erschreckend dargestellt wäre. Für jedes Kind wird es eine wichtige Erkenntnis sein, dass andere auch Angst haben und dass das okay ist. Am Ende muss das Angstmacherchen, das auch unsere eigenen finsteren Seiten verkörpert, sich davonmachen, denn gegen die starke Gemeinschaft der Kinder hat es keine Chance mehr.
„Das Angstmacherchen“ ist ein Bilderbuch für Kinder im Vorschulalter, das eine wichtige Botschaft vermittelt, ohne dabei moralisierend zu werden.

Markus Heitz ist ein bekannter Fantasy- und Mysteryautor. „Das Angstmacherchen“ ist sein erstes Bilderbuch für Kinder im Vorschulalter.
Die Illustrationen stammen von Monika Parciak.

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