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Kommende Buchkritiken
Unter dieser furchterregenden Sonne
Bajo este sol tremendo
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Autor
Carlos Busqued
Genre Roman
Verlag Antje Kunstmann ISBN 978-3-88897-678-0 Übersetzung Dagmar Plötz Erscheinungsdatum (D) September 2010 Erschienen 2009 Seiten 190 |
Inhalt
Cetarti hat vor kurzem seinen Job verloren. So kifft er in den Tag hinein, lässt sich von Tierdokus berieseln und fristet ein eher zurückgezogenes und anspruchsloses Dasein. Dies ändert sich jedoch, als er einen Anruf vom zwielichtigen Tetstamenstvollstrecker Duarte bekommt. In kurzen Episoden begleiten wir Cetarti auf dem letzten Weg in seine familiäre Vergangenheit in die heruntergekommenen Viertel der argentinischen Provinz. Nachdem sein Bruder und seine Mutter von deren Liebhaber hingerichtet wurden, bringt ihn Duarte auf die Idee, sein Erbe durch einen Versicherungsbetrug noch ein wenig ansteigen zu lassen. In einem zweiten Erzählstrang erleben wir abgebrühte Kleinkriminelle, die ihr Einkommen mit Entführungen bestreiten. Mit einem ominösen Krankenwagen als Tarnung werden die Opfer darin gefoltert und erniedrigt. Die beiden parallellaufenden Handlungen werden am Ende zusammengeführt und münden in eine unerwartete Wende.
Buchkritik von David Recordon
„Unter dieser furchterregenden Sonne“ erzählt von den Grausamkeiten und dem Leid, das sich Menschen auf bestialische Weise zufügen können. Ja, diese Welt ist böse, und Hoffnung entpuppt sich nur als eine leere Hülle, die bereits von einem modernen Sodom und Gomorra zerfressen ist. Wer hier an Mord und Totschlag aus einem gruseligen Krimi denkt, der irrt. Busqued sprengt mit seinem Romandebüt die Grenzen des guten Geschmacks, um die Abgründe der pervertierten menschlichen Natur freizulegen. Die Schockmomente zwischen perversen Praktiken und ausschweifender Brutalität werden in Zwischensequenzen ausgedehnt verhandelt und verlangen dem Leser eine hohe Schmerzgrenze ab.
Die kleinen Exkurse in das Tierreich, welche von gierigen Riesenkraken und hässlichen Axolotln handeln, stehen den animalischen Intentionen der menschlichen Spezies nahe und prägen so das Hauptmotiv des Romans. Die Härte und Unverfrorenheit, die der argentinische Autor seinen Charakteren angedeihen lässt, mag in der jüngsten Vergangenheit des südamerikanischen Landes begründet sein, jedoch wirkt dies so verstörend, dass der Lesegenuss von aufrüttelnden Schauern durchzogen ist. Von der vielversprechenden Story bleibt nicht mehr viel übrig - außer Ekel und Beschämung.
Mit einer puristischen Sprache schickt Busqued seinen Protagonisten auf einen schillernden Trip, der zwischen bekifftem Tagtraum und lethargischer Resignation oszilliert. Leider überstrahlen die Schauermomente die dicht komponierte Geschichte und tauchen die langsam dahinplätschernde Handlung in ein fades Licht. Es sei darauf verwiesen, dass dieses Buch nichts für zartbesaitete Weltverbesserer ist.
Wissenswertes
„Unter dieser furchterregenden Sonne“ ist das Romandebüt von Carlos Busqued.

