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Kommende Buchkritiken
Weisser Schrecken
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Autor
Thomas Finn
Genre Horror
Verlag Piper ISBN 978-3492267595 Erscheinungsdatum (D) 11.10.10 Seiten 496 |
Inhalt
“Ihr Kinderlein kommet. Morgen wird’s was geben.“
Einst floh Andreas mehr oder weniger aus seinem Heimatort, dem bayrischen Perchtal. Nach dem Medizinstudium flog er als „Arzt ohne Grenzen“ um die Welt, doch die schrecklichen Geschehnisse seiner Kindheit konnte er nur notdürftig verdrängen. Nun ist er wieder da und das Grauen des Nikolaustages steigt erneut in ihm auf. Wie damals im Winter 1994, als er zusammen mit seinen Freunden Robert, Niklas, Elke und Miriam einer finsteren Verschwörung in seinem Dorf auf die Spur kam, in die fast der ganze Ort verwickelt schien und die alle 16 Jahre Tod und Verderben über die bayrische Idylle bringt. Doch nicht dieses Jahr. Dieses Mal werden sie antreten und das Böse bekämpfen…
Buchkritik von Melanie Frommholz
Warum erst in die Ferne schweifen? Gruseliges, das sich für einen packenden Mysterie-Thriller eignet, gibt es auch direkt vor der Haustür in deutschem Legenden- und Sagengut. Das dachte sich auch der Autor Thomas Finn, der in der Vergangenheit eher ein jüngeres Lesepublikum, zum Beispiel mit seinen „Chroniken der Nebelkriege“, begeisterte. „Weisser Schrecken“ ist Thomas Finns erstes Buch in einer „härteren“ Gangart und mitnichten ein Jugendbuch, auch wenn seine Protagonisten fünf Teenager sind. Befremden, nach einem horrormäßig guten Epilog, zu Beginn noch die außergewöhnlichen gruseligen Elternhäuser von Andreas, Robert, Niklas, Miriam und Elke, gelingt es Finn im weiteren Verlauf den Leser immer weiter in seine Geschichte zu ziehen. Immer tiefer taucht man ein, in die Welt der Nikolaus-Bräuche, hin zu ihren heidnischen Wurzeln um die zwiespältige Göttin Perchta und ihren finsteren Gegenspieler, den wir heute als Knecht Ruprecht kennen. Thomas Finn versteht es einen packenden Spannungsbogen zu entwerfen, der einen an die Geschehnisse fesselt. Auch dann noch, wenn man bereits ahnt, wohin das Ganze wohl führen wird, gelingt es dem Autor durch einfallsreiche Wendungen die Handlung weiter packend zuzuspitzen. „Weisser Schrecken“ wird so zu einem Buch, das trotz einiger vorhersehbarer Entwicklungen bis zum Schluss fesselt und das man nur schwer wieder aus der Hand legen kann. Gruselig gute Unterhaltung, wenn draußen der Schneesturm ums Haus heult. Nach dieser Lektüre wird man den 6. Dezember zweifellos mit anderen Augen sehen.
Wissenswertes
Interview mit Thomas Finn zu "Weisser Schrecken".
