Zwei Kerzen für den Teufel

Dos velas para el diablo

Zwei Kerzen für den Teufel

Autor Laura Gallego García Genre Jugendbuch
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-24805-1
Übersetzung Ilse Layer Erscheinungsdatum (D) 01.10.10   
Erschienen 2008  Seiten 400

Inhalt

Caterinas Welt ist aus den Fugen. Ihr Vater ist tot – ermordet. Das an sich wäre schon schlimm genug, doch „Cats“ Vater war kein Mensch, er war ein Engel. Was bedeutet, dass nur ein Dämon ihn ermordet haben kann. Seit Anbeginn der Zeit leben Engel und Dämonen in ständigem Kampf um das Gleichgewicht auf der Welt. Cats Entschluss, den Mord an ihrem Vater zu rächen, bringt sie mitten hinein in diese seit Jahrmillionen andauernde Auseinandersetzung. Einst waren die Fronten ausgeglichen, doch seit ein paar Jahren fordert die „Plage“, eine geheimnisvolle Krankheit, unter den Engeln immer neue Opfer und die Dämonen gewinnen zunehmend die Oberhand. Ausgerechnet der Dämon Angelo wird Cats Helfer auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum ihr Vater sterben musste. Cat erkennt, dass dieser ihr nicht die ganze Wahrheit über sich erzählt hat und dass es nicht nur Hass zwischen Dämonen und Engeln geben kann. Einst gab es Liebe zwischen ihnen. Doch diese Liebe durfte nicht ungestraft existieren…

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 3 von 5 Bs Mit „Zwei Kerzen für den Teufel“ liefert die junge spanische Autorin Laura Gallego García einen neuen fantastischen Jungendroman, der ganz in den Trend der Engelsgeschichten passt. Vampire waren gestern, es leben die Diener Gottes und ihre finsteren Widersacher, die Dämonen. Laura Gallego Garcías Buch zeichnet sich durch eine faszinierende Grundidee aus, die durchaus als besondere Interpretation des Romeo und Julia-Themas verstanden werden kann. Die Autorin nutzt zudem ihre Geschichte, um die jugendliche Zielgruppe für das Gleichgewicht der Welt und dem damit verbundenen Umweltschutz zu sensibilisieren. Leider opfert Gallego García die überaus positiven Grundlagen ihrer Geschichte jedoch einem allzu flapsigen Erzählton. Zudem ist ihre Hauptfigur Caterina eher krawallig angelegt und man findet schwer Zugang zu ihr. Laura Gallego García hat sich zudem entschieden, den Leser ihrer Geschichte direkt anzusprechen. Ein netter Kniff, weil sich das Buch damit sicherlich von vielen Genrevertretern abhebt. Auf Dauer nervt diese Stilmittel aber mehr, als dass es einen der Hauptfigur Cat näher bringt. Man wünscht sich in vielen Szenen mehr Wahrhaftigkeit in den Dialogen und eine größere atmosphärische Dichte der Erzählung. In den Szenen mit dem Dämon Angelo punktet Gallego García dann jedoch wieder mit Situationswitz und einem guten Tempo. Obwohl Angelo ja eigentlich der Böse ist, wächst er einem bald mehr ans Herz als Cat. Dank seiner Unberechenbarkeit verfolgt man die Geschichte gespannt.

Laura Gallego García hat sich für die zweite Hälfte ihres Buches noch einmal allerhand interessante und packende Wendungen einfallen lassen und entschädigt den Leser damit für den schleppenden Einstieg. Dennoch bleibt insgesamt von „Zwei Kerzen für den Teufel“ nicht mehr als ein netter Gesamteindruck zurück. Laura Gallego García schafft es leider nicht über die volle Buchlänge zu begeistern.

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