Agatha Christie - Das faszinierende Leben der großen Kriminalschriftstellerin

Autor: Laura Thompson
Genre: Biographie
Verlag: Scherz
ISBN: 978-3-502-15156-2
Erscheinungsdatum (D) August 2010 Erschienen 2007
Seiten 528
Übersetzung Tatjana Kruse

Agatha Christie - Das faszinierende Leben der großen Kriminalschriftstellerin Agatha Christie - An English Mystery

Inhalt

Agatha Christie (1890-1976) ist bis heute die bekannteste Krimiautorin der Welt, die unumstrittene „Queen of Crime“. Ihrer Feder entsprangen der unvergleichliche Hercule Poirot und die unsterbliche Hobbydetektivin Miss Marple, und ihre Krimis werden auch nach all den Jahren noch weltweit verkauft. Doch hinter dem Mythos Agatha Christie verbarg sich ein Mensch mit Sehnsüchten und Sorgen, eine Ehefrau und Mutter und in erster Linie eine Frau mit einer überbordenden Phantasie.

Der Mensch Agatha Christie ist es, den Laura Thompson zu beleuchten versucht. Sie erzählt von Agathas Kindheit und Jugend zu Beginn des 20. Jahrhunderts, von der Idylle und großen Geborgenheit, die sie vor allem von ihrer heiß geliebten Mutter erhielt. Agathas erste große Liebe Archie Christie findet ebenso Erwähnung, wie die Zeit der eher unglücklichen Ehe mit ihm, die Geburt von Tochter Rosalind und schließlich Agathas mysteriöses Verschwinden im Jahr 1926 und dessen Hintergründe. Die Autorin erzählt von Agathas Scheidung und ihrer neuen Liebe Max Mallowan, der schließlich ihr zweiter Ehemann wurde und mit dem sie bis zu ihrem Tod zusammenlebte. Thompson berichtet über Agatha Christies nicht ganz einfaches Verhältnis zu Tochter Rosalind, schildert die Weltanschauung und Überzeugungen der Krimiautorin und beschreibt die späten Jahre der Christie.

Buchkritik von Stefanie  Rufle

Die Bücher der großen Krimiautorin Agatha Christie haben bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt und die Romanverfilmungen mit Margaret Rutherford als skurriler Miss Marple kennt wahrscheinlich beinahe jeder. Doch über den Menschen Agatha Christie weiß man relativ wenig, ihr mysteriöses Verschwinden im Jahre 1926 ist bis heute noch für manche Spekulation gut. Laura Thompson versucht mit Hilfe der vielen Briefe von Agatha Christie und in Gesprächen mit Zeitzeugen einen Blick hinter die Fassade der berühmten Schriftstellerin zu werfen. Dabei nimmt sie immer wieder Bezug auf Christies Romanfiguren, versucht, Parallelen deutlich zu machen und aufzuzeigen, wie viel von der eigenen Persönlichkeit der Autorin in ihre Figuren einfloss. Viele der damaligen Ereignisse scheinen so eine Erklärung zu finden, werden quasi von Charakteren wie Poirot, Miss Marple oder anderen kommentiert. Ob diese Erklärungsversuche allerdings mehr als Hypothesen von Laura Thompson sind, bleibt dahingestellt. Fakt ist, dass niemand wirklich weiß, wer dieser Mensch Agatha Christie wirklich war, außer ihr selbst vielleicht. Es bleibt deshalb sicherlich nicht aus, dass Thompson oft nur interpretiert und vermutet. Oftmals vermittelt sie dabei aber dem Leser, etwas zu wissen, wo sie in Wahrheit nur Thesen aufstellt.

Betrachtet man diese Biographie allerdings als das, was sie tatsächlich ist, nämlich als einen Anhaltspunkt dafür, wie das Leben der Krimiautorin vielleicht gewesen sein könnte, eröffnet sich ein interessanter und spannender Blick hinter den Mythos Agatha Christie. Auch wenn die Biographie insgesamt etwas behäbig daherkommt und manchmal ein bisschen mehr Esprit gut getan hätte, bekommt man aufgrund der vorhandenen Fakten und des umfangreichen Bildmaterials einen ungefähren Eindruck davon, wie das Leben der großen Kriminalschriftstellerin tatsächlich ausgesehen haben könnte.

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