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Kommende Buchkritiken
Wie durch ein Wunder
The Death and Life of Charlie St. Cloud
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Autor
Ben Sherwood
Genre Roman
Verlag Heyne ISBN 978-3-453-81051-8 Übersetzung Birgit Moosmüller Erscheinungsdatum (D) Februar 2007 Erschienen 2004 Seiten 319 |
Inhalt
Der fünfzehnjährige Charlie und sein drei Jahre jüngerer Bruder Sam sind weit mehr, als nur Brüder. Sie sind beste Freunde, Seelenverwandte, ein Team. Umso schlimmer ist es, als die beiden, nachdem sie das Auto ihrer Nachbarin „ausgeliehen“ haben und ein Baseballspiel ihrer Lieblingsmannschaft besucht haben, einen schrecklichen Unfall haben. Sam ist sofort tot, Charlie schwerverletzt. Wie durch ein Wunder schaffen es die Sanitäter das Leben von Charlie zu retten.
Dreizehn Jahre später hat sich die Welt nicht weitergedreht. Jeden Abend spielt Charlie mit seinem Bruder Sam auf dem Friedhofsgelände, auf dem er auch arbeitet, Baseball. Nur er kann Sam sehen, mit ihm lachen, toben und Spaß haben. Er ist noch da, in einer Art Zwischenreich, das ihm erlaubt, weiterhin bei seinem Bruder zu bleiben. Doch Charlie kann den Friedhof nicht verlassen, sonst verliert er Sam für immer.
Als er die hübsche Seglerin Tess kennenlernt, beginnen sich die Prioritäten von Charlie zu verschieben. Doch: Wird er es wirklich schaffen, seinen Bruder aufzugeben?
Buchkritik von Thomas Ays
„Anrührend, weise und voller Hoffnung. Lesen Sie dieses Buch – Sie werden es nicht bereuen.“, sagt Nicholas Sparks, der selbst Bücher dieser Art schreibt und damit Tränenbäche überall auf der Welt produziert. Ben Sherwood, der „Wie durch ein Wunder“ schrieb, hat in der Tat ein durchaus inspirierendes Buch über zweite Chancen geschrieben, das originell und auch sehr spirituell geraten ist. Allerdings tappt der Autor das ein oder andere Mal in die Kitschfalle und versinkt geradezu darin. Oftmals ist es einfach zuviel des Guten, was echte Emotionen verhindert und so zu wenig rührt. Auch die Art der Geschichte, die Erzählform am Anfang und am Ende stört und wirkt doch etwas „zu arg“. Warum konnte nicht ein anderer die Geschichte des Charlie St. Cloud erzählen?
Tess hingegen ist eine durch und durch eindrucksvolle Figur geworden, die nicht nur mit ihrem Kopf durch die Wand überzeugt, sondern auch gedanklich. Sicherlich ist auch Charlie durchweg gelungen, er hat jedoch nicht diesen Glanz, den Tess in der Geschichte besitzt.
Manche Handlungsverläufe sind selbst für diese Art von Geschichte an den Haaren herbeigezogen und auch das Ende dieser beiden Jungs ist nicht sonderlich glaubhaft. Hier hat es sich Ben Sherwood eindeutig zu einfach gemacht und hätte auf diese Kitschvariante besser verzichten sollen.
„Wie durch ein Wunder“ hat somit wundervolle Ansätze und viele, richtig gute Ideen. Dabei lässt es Sherwood jedoch bewenden und überhäuft seine Geschichte mit Weichzeichnerei und Schmalz. Eindeutig zu viel Rührseeligkeit und zu wenig Echtheit – selbst für jene Leser, die an Engel glauben und Fantasie haben.
