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Kommende Buchkritiken
fahrtenschreiber
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Autor
José F.A. Oliver
Genre Gedichtband
Verlag Suhrkamp ISBN 978-3-518-12604-2 Erscheinungsdatum (D) März 2010 Seiten 144 |
Inhalt
In seinem neuen Gedichtband „fahrtenschreiber“ entführt José F.A. Oliver zu einer lyrischen Reise.
Von der deutschen Provinz in die Städte und wieder zurück in die Natur und das Innere. Seine Poeme und Prosaskizzen kreisen um „Czernowitz“; unweit von „london im januar, abends“; „Bratislava“ – dies sind nur ein paar geografische Etappen, welche den Leser in „fahrtenschreiber“ erwarten. Die Verortung von Olivers Themenkreisen ist dabei verschlungener und meist von mehrdeutiger und schwer greifbarer Dimension, welche die Rätselhaftigkeiten und Universalität des Lebens reflektieren. Der Band ist in fünf Teile segmentiert, in denen der Autor von „biografischen lotsen“, den „holzge-fährten“ oder über Landschaftsaspekte des „ungeschliffenen grün“ schreibt. Der titelgebende „fahrtenschreiber“ und der finale Akt „&immer jemand am nomadischen wort“ runden den vielschichtigen Gedichtzyklus von unterwegs ab und verweisen zugleich auf die Wurzeln und den Ausgangspunkt für die rhythmischen Reiseprotokolle des andalusischen Autors, der von Kindesbeinen an, in vertrauter Fremde, dem Schwarzwald, heimisch geworden ist.
Buchkritik von David Recordon
Oliver entfaltet seinem Leser ein vielfältiges Panorama von W:Orten. Das lyrische Ich in der Oliver`schen Gedichtsammlung berichtet, skizziert und sinniert von der Ferne und den Momenten des Innehaltens bei sich. Wortgewaltig beschreibt er die Natur in seiner heimischen Umgebung und setzt dem Zuhausesein im Hier und Jetzt ein Getragensein entgegen, das auch in der Fremde aufgeht:
„& lernen fort den raub die fahrt im raum-/viereck & plündern vor im takt/der leibgeschwindigkeiten & eine sehnsuchtsraserei/
die sitzt und eilt versitzt & schaut im nadelöhr/die blickgezeiten her der aug- und felderfluchten/& ankunftsnach die abschiedsbrunft als abstraktion: die zeit“
Mit „fahrtenschreiber“ ist José F.A. Oliver eine weitere Exkursion in die Ebenen des lyrischen Genusses und eines stetig ungewissen Ausgangs gelungen. Ein wortgeworderner Reiseproviant für alle, die sich von nuancierten Spielen mit der Sprache begeistern lassen, um für einen Moment in der Ferne der eigen-imaginierten Assoziationen fortzuschweifen.
