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Kommende Buchkritiken
Nebra
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Autor
Thomas Thiemeyer
Genre Thriller
Verlag Knaur ISBN 978-3-426-66290-8 Erscheinungsdatum (D) Februar 2009 Seiten 512 |
Inhalt
Es ist Ende April, und rund um den Brocken im Harz bereiten sich Gemeinden und Gastronomie auf die Feiern der fünfhundertsten Walpurgisnacht vor. Es wird mit einer gewaltigen Touristenflut gerechnet und vor allem die Polizei ist in höchster Anspannung, verschwinden doch in letzter Zeit im Harz verdächtig viele Personen. Auch die Archäologin Hannah Peters ist auf dem Weg nach Halle, denn sie soll im Auftrag des Landesmuseums die Himmelsscheibe von Nebra erforschen, um die sich eine Vielzahl von Legenden und Mythen rankt. Die Scheibe, die aus der Bronzezeit stammt, wurde in der Gegend um den Brocken gefunden und zieht viele Sensationslüsterne an. Auch der Rechtsanwalt Michael von Stetten zeigt großes Interesse an der Himmelsscheibe – und vor allen Dingen an Hannah.
Während wegen der bevorstehenden Walpurgisnacht große Aufregung herrscht, braut sich in der Nähe des Fundorts, in einem unergründlichen Höhlensystem, eine bedrohliche und archaische Kraft zusammen, die ein düsteres Ziel verfolgt. Bereits zwanzig Jahr zuvor konnten hier drei Jugendliche nur knapp einem furchtbaren Schicksal entkommen – und nun sieht alles ganz danach aus, als würden sich die schrecklichen Ereignisse bald schon wiederholen…
Buchkritik von Stefanie Rufle
In „Nebra“ gibt es nun also ein Wiedersehen mit Dr. Hannah Peters, die wir bereits in Thomas Thiemeyers Debütroman „Medusa“ kennen lernen durften. Doch was sofort auffällt ist die Tatsache, dass die Protagonistin deutlich an Tiefe gewonnen hat, was sich schnell als großer Pluspunkt dieses Thrillers herausstellt. Denn wenn es auch in „Nebra“ nicht immer vollends überzeugend wirkt, wie absolut tough diese Frau handelt, hat sie doch deutlich weibliche Züge hinzugewonnen, die diese Figur insgesamt viel authentischer wirken lassen. Die Problematik, vor die Hannah gestellt wird, wirkt trotz des einen oder anderen Fantasy-Elements glaubhaft und packt den Leser von der ersten Seite an. Fanatische Schamanen, Okkultismus und der Glaube an eine finstere Parallelwelt – all das verbunden mit der nahenden Walpurgisnacht. Wenn das nicht der Stoff für einen fesselnden Thriller ist!
Hinzu kommt erneut das fundierte naturwissenschaftliche Fachwissen Thomas Thiemeyers, das selbst dieser sehr esoterisch angehauchten Geschichte eine überzeugende Glaubwürdigkeit verleiht. Seine Charaktere bestechen durch viele unterschiedliche Facetten und lassen dadurch den Leser nur zu bereitwillig folgen. Auch wenn die eine oder andere Wendung manchmal doch sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt, besticht dieser naturwissenschaftliche Thriller durch einen intelligenten Aufbau und einen konstanten Spannungsbogen.
