Die Konferenz der Tiere

Autor: Erich Kästner
Genre: Kinderbuch
Verlag: Dressler
ISBN: 978-3791530215
Erscheinungsdatum (D) 1949 Seiten 112

Die Konferenz der Tiere

Inhalt

In London sind gerade die Verhandlungen auf der x-ten Konferenz ergebnislos zu Ende gegangen, als es den Tieren zu bunt wird. Löwe Alois, der Elefant Oskar und die Giraffe Leopold können über die Unfähigkeit der Menschen, endlich dauerhaft Frieden zu schließen, nur den Kopf schütteln. So kann es nicht weiter gehen. Die Menschen denken bei all den Kriegen, Streiks und Revolutionen einfach zu wenig an ihre Kinder! Und so beschließen sie zu den ganzen Konferenzen der Menschen eine Gegenkonferenz abzuhalten. In vier Wochen versammeln sich im Hochhaus der Tiere Vertreter aller Gattungen, während die Menschen die 87. Konferenz in Kapstadt abhalten. Unter dem Motto „Es geht um die Kinder“ setzen die Tiere alles daran, den Menschen endlich vor Augen zu führen, dass es an der Zeit ist sich die Hände zu reichen.

Buchkritik von Melanie  Frommholz

Unter dem Eindruck des gerade zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieges und dem in der Folge mühsamen Gerangel der Siegermächte schuf der Autor Erich Kästner mit „Die Konferenz der Tiere“ eine Tierparabel, die traurigerweise auch heute noch aktuell ist. Kästner ist es gelungen, sowohl ein lehrreiches Kinderbuch zu schreiben, als auch eine bissige Satire für Erwachsene. Mit pointiertem Witz formuliert Kästner auf 112 Seiten die Unfähigkeit der Menschen, über ihre Akten und Uniformen hinweg das Wesentliche zu sehen: ihre Verantwortung gegenüber den folgenden Generationen. Immer wieder vollmundig von Politikern als Argument angeführt, sind sie letztlich unfähig, tatsächlich entsprechend zu handeln. Machtinteressen, kleingeistige Eifersüchteleien und Geldgier beherrschen ihren Geist. Erst als die Tiere zur drastischsten aller Maßnahmen greifen und den Menschen ihre Kinder nehmen, sind die Völker bereit, den nötigen Druck auf ihre Staatsvertreter auszuüben. Erich Kästners Lösung aller Probleme ist ein ewiger Friedensvertrag unter allen Menschen, der eine Welt ohne Grenzen, ohne Krieg und gefährliche Waffen und ohne Bürokratie einläutet. Eine liebenswerte Utopie und eine zeitlose Botschaft. Ob nun 1949 oder 2010, Eich Kästner ist nicht falsch zu verstehen: Nie wieder Krieg und sinnlose Morden, dafür Toleranz und Frieden. Denn in mindestens einem Punkt sind die Menschen rund um den Erdball gleich: Sie alle lieben ihre Kinder.

Mit witzigen und liebvoll gestalteten Illustrationen von Walter Tier.

Erich Kästner schrieb "Die Konferenz der Tiere" bereits 1947. Der Autor starb 1974 an Krebs.

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