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Kommende Buchkritiken
Das verborgene Netz
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Autor
Oliver Bottini
Genre Krimi
Verlag Scherz ISBN 978-3-502-11055-2 Erscheinungsdatum (D) 01.10.10 Seiten 320 |
Inhalt
Als in Berlin ein Mann auf brutalste Art und Weise zusammengeschlagen wird und vom Täter jede Spur fehlt, wird die Kripo Freiburg eingeschaltet, denn eine Spur in diesem undurchsichtigen Fall führt in die Dreisam-Stadt. Kripo-Hauptkommissarin Louise Bonì reist nach Berlin, um eine Zeugin zu befragen, die in der Tatnacht im Hotelzimmer neben dem des Opfers wohnte. Diese Zeugin weiß mehr, als sie zugibt, das wird Louise schnell klar, doch will es ihr nicht gelingen, hinter deren Mauer aus Angst und Schweigen zu dringen. Bald schon stellt sich heraus, dass das Opfer ein Spitzel des Geheimdienstes ist, was den Verdacht nahe legt, dass es sich beim Täter um einen Profi handeln muss.
Zurück in Freiburg muss Bonì sich mit der Tatsache abfinden, dass der Verfassungsschutz, der im Hintergrund agiert, jegliche Kooperation mit der Kripo verweigert. Die Kripo-Hauptkommissarin muss erkennen, dass sie offensichtlich von jemandem beobachtet wird, ein „Schutzengel“, dem das Wohl der Zeugin aus Berlin sehr am Herzen zu liegen scheint. Louises Ermittlungen führen sie zu der Freiburger Firma GoSolar, einem Unternehmen, das sich auf die Produktion von Ökostrom spezialisiert hat. Hier scheinen alle Fäden zusammenzulaufen, doch wie schnell sich das Netz zusammenziehen wird, kann Louise Bonì sich nicht einmal im Entferntesten vorstellen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Dieser fünfte Fall von Louise Bonì verlangt der Freiburger Kripo-Hauptkommissarin so einiges ab. Nicht genug damit, dass sie in ihren Ermittlungen durch das Diktat des Verfassungsschutzes permanent ausgebremst wird, stößt sie hier wieder einmal an ihre ureigenen Grenzen und kommt ihren finstersten Abgründen gefährlich nahe. Es ist eine nachdenklichere und sehr müde Louise, die uns in „Das verborgene Netz“ begegnet. Manchmal meint man, die einstmals so kämpferische Rebellin kaum wieder zu erkennen. Doch genau dieses offensichtliche Vakuum, in dem sich die Ermittlerin befindet, dieser Zustand von Lethargie ist es, der den Leser während der gesamten Geschichte beschäftigt und bei der Stange hält. Louises noch sehr zerbrechliche Beziehung zu Ben, ihre tiefschwarzen Gedanken und vor allem die beinahe schon greifbare Gefahr, dass sie wieder dem Alkohol verfallen könnte, sind grandios und einfühlsam beschrieben. Oliver Bottini zeichnet diese labile und zugleich so starke Figur derart liebevoll und authentisch, dass man sie überall hin begleiten würde.
Neben dieser meisterhaft beschriebenen Hauptfigur wirkt der Kriminalfall, der in „Das verborgene Netz“ geschildert wird, beinahe etwas blass und unscheinbar. Die Verwicklungen um GoSolar bleiben nebulös und verstehen es nicht so recht, den Leser zu fesseln. Dennoch gelingt es Bottini, eine Atmosphäre latenter Bedrohung zu schaffen, die trotz der nicht ganz so packenden Rahmenhandlung eine angenehme Spannung erzeugt.
Es ist vor allem das dramatische Ende dieses fünften Falles von Louise Bonì, das den Leser jetzt schon fieberhaft spekulieren lässt, wie es mit der Freiburger Hauptkommissarin wohl weitergeht.
Wissenswertes
Die Louise Bonì-Reihe umfasst folgende Bände:
Mord im Zeichen des Zen
Im Sommer der Mörder
Im Auftrag der Väter
Jäger in der Nacht
Das verborgene Netz