Magma

Magma

Autor Thomas Thiemeyer Genre Thriller
Verlag Knaur
ISBN 978-3-426-63648-0
Erscheinungsdatum (D) 2008   Seiten 528

Inhalt

Die Seismologin Ella Jordan ist glücklich darüber, mit ihrem Lehrstuhl an der George-Washington-Universität einen dauerhaften Arbeitsplatz bekommen zu haben, wo sie nach vielen aufregenden Forschungsreisen endlich etwas zur Ruhe kommen kann. Doch dann wird sie mitten aus ihrer ersten Vorlesung herausgeholt, weil das Militär ihre Hilfe benötigt. Vor der Küste Japans wurden offenbar Signale aufgefangen, die auf Bewegungen unter dem Meeresboden schließen lassen – seismische Erschütterungen, von einer unbekannten Quelle ausgesandt. Ellas Fachkenntnisse als Seismologin sind gefragt, sie soll sich zusammen mit sechs weiteren Besatzungsmitgliedern mit der „Shinkai“, einem japanischen U-Boot, auf Tauchfahrt begeben.

Ella kann der Verlockung nicht widerstehen, doch das, was sie dort, in den Tiefen des Marianengrabens erwartet, übersteigt selbst Ellas analytischen Verstand. Die mysteriöse Kugel, die die Forscher finden, übt eine seltsame Faszination auf alle Besatzungsmitglieder aus, doch beim Versuch, zu ihrem Kern vorzudringen, kommt es zu einer entsetzlichen Katastrophe – einer Katastrophe, die erst der Anfang einer Reihe von erschreckenden und seltsamen Ereignissen ist…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs In „Magma“ beeindruckt Autor Thomas Thiemeyer erneut mit seinem fundierten naturwissenschaftlichen Fachwissen, an dem er seine Leser teilhaben lässt. Es ist faszinierend, in welche Welten man hier zusammen mit den gelehrten Protagonisten abtaucht. Es eröffnet sich ein Universum von unentdeckten Möglichkeiten, die erahnen lassen, dass wir nur in einen winzigen Teil des großen Ganzen Einblick nehmen können. Auch wenn es nicht immer ganz leicht ist, Thiemeyers wissenschaftlichen Ausführungen zu folgen, gelingt es ihm doch, seine Gedanken so anschaulich zu verpacken, dass man zumindest eine Ahnung davon bekommt, worum es hier tatsächlich geht. In „Magma“ wird vor allem eines deutlich: Die Wissenschaft ist ein großer Segen für die Menschheit, kann aber schnell auch zu einem Fluch werden, der unseren Planeten in eine Katastrophe führen könnte. Macht und deren Missbrauch sind die großen Themen dieses Thrillers.

In der großen Stärke von Thiemeyers Roman liegt aber zugleich auch eine gewisse Schwäche, leidet doch die Zeichnung der Charaktere etwas unter dem immensen Fachwissen, das „Magma“ vermittelt. Die Hauptfigur Ella bleibt stets etwas blass und undurchsichtig und mehr als einmal hat man den Eindruck, dass so niemals eine Frau handeln würde. Auch alle anderen Figuren überzeugen nicht restlos, was dazu führt, dass sich die Spannung nie vollends entwickeln will. „Magma“ verfolgt eine faszinierende und zugleich erschreckende Idee und wartet auch mit klug eingeflochtenen Fantasy-Elementen auf, hätte aber in der Figurenzeichnung durchaus noch mehr zu bieten gehabt.

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