Roter Engel

Life Support

Roter Engel

Autor Tess Gerritsen Genre Thriller
Verlag Blanvalet
ISBN 978-3-442-35285-2
Übersetzung Klaus Kamberger Erscheinungsdatum (D) 1998   
Erschienen 1997  Seiten 413

Inhalt

Während ihres nächtlichen Bereitschaftsdienstes wird Dr. Toby Harper mit einem äußerst seltsamen Fall konfrontiert: Ein alter Mann wird in die Notaufnahme eingeliefert. Er redet wirr, ist orientierungslos und reagiert nicht auf Dr. Harpers Behandlung und als sie zu einem anderen Notfall gerufen wird, verschwindet er wieder spurlos. Verzweifelt stellt Toby Nachforschungen an, ist ihre Position im Krankenhaus doch auch ohne einen verschwundenen Patienten schon äußerst wackelig. Kurz darauf wird ein weiterer Patient mit den gleichen Symptomen eingeliefert – auch er schon in fortgeschrittenem Alter und wie sein Leidensgenosse Bewohner der Seniorenresidenz Brant Hill. Dieser Patient überlebt nicht und der Pathologe Daniel Dvorak findet bei der Obduktion heraus, dass er mit einer hoch ansteckenden Krankheit infiziert war. Der Verdacht liegt nahe, dass der Ausgangsherd der Keime in Brant Hill zu finden ist. Dort werden reiche Bewohner mit verjüngenden Hormonkuren behandelt und Toby hat den Verdacht, dass die etwas mit den sich häufenden Todesfällen zu tun haben könnten.

In den Führungsetagen des renommierten Seniorenheims will man davon natürlich nichts wissen, und ganz offensichtlich rufen Tobys Nachforschungen hier einiges Unbehagen hervor. Mit allen Mitteln versucht man zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt – und das soll schwerwiegende Folgen für Dr. Toby Harper haben…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Vor allem zu Beginn von „Roter Engel“ wird mehr als deutlich, dass Tess Gerritsen selbst einmal Ärztin war, ehe sie zu schreiben begann. Detailliert und mit viel Hintergrundwissen schildert die Autorin die verschiedenen Krankheitsbilder und die Maßnahmen der Ärzte. Diese Passagen sind teilweise etwas langatmig geraten und erfordern einiges Durchhaltevermögen seitens des Lesers, der ja mit gutem Grund auf einen packenden Thriller hofft. Doch am Ende wird die manchmal etwas strapazierte Geduld doch belohnt, denn „Roter Engel“ entpuppt sich zusehends als spannender und packender Krankenhaus-Thriller, den man kaum mehr aus den Händen legen mag. Das Szenario, das sich allmählich vor den Augen des Lesers entfaltet, könnte erschreckender kaum sein. Geschickt hält die Autorin wichtige Fakten zurück und fordert so die Kombinationsgabe ihrer Leser heraus.

Dabei verbindet sie fundiertes medizinisches Fachwissen mit einem haarsträubenden und bitterbösen Skandal, der so oder so ähnlich durchaus denkbar wäre. Durch und durch überzeugend agiert hierbei die zunächst noch völlig ahnungslose Dr. Harper, die sich bald schon als hartnäckige Ermittlerin entpuppt. Eine starke Figur, die den Leser zusehends fasziniert. Gerritsen gelingt es auf unnachahmliche Weise, die Spannung unmerklich zu steigern und eine rasante Verschwörungsgeschichte zu entwerfen. Ein fulminantes Finale rundet diesen Thriller grandios ab, wodurch die anfänglichen Anlaufschwierigkeiten nur zu gerne wieder vergessen sind.

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