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Kalte Stille
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Autor
Wulf Dorn
Genre Thriller
Verlag Heyne ISBN 978-3-453-26686-5 Erscheinungsdatum (D) August 2010 Seiten 448 |
Inhalt
Nach seinem Zusammenbruch, bei dem er wie rasend auf einen Patienten losgegangen war, bekommt der Psychiater Jan Forstner von einem ehemaligen Kollegen seines Vaters noch einmal eine zweite Chance. Ihm wird in der Klinik, in der auch schon sein tödlich verunglückter Vater tätig war, eine Stelle in der Allgemeinpsychiatrie angeboten. Doch der Klinikleiter Prof. Dr. Fleischer verbindet mit diesem Angebot eine für Jan sehr unangenehme Bedingung: Er soll sich einer Therapie unterziehen, um die Ursache für seinen Nervenzusammenbruch, die in seiner Kindheit liegt, aufzuarbeiten.
Vor 23 Jahren verschwand Jans damals sechsjähriger Bruder Sven spurlos – und in derselben Nacht verunglückte sein Vater tödlich. Beide Fälle konnten bis heute nicht aufgeklärt werden und von Sven fehlt immer noch jede Spur. Das einzige, was Jan von seinem kleinen Bruder geblieben ist, ist eine Tonbandaufzeichnung, die er wie seinen Augenstern hütet. Wieder und wieder geht er die Geschehnisse jener Nacht in Gedanken durch, versucht zu eruieren, was mit Sven passiert sein könnte und wie der Tod des Vaters damit zusammenhängt – und quält sich mit fürchterlichen Schuldgefühlen, die ihn niemals zur Ruhe kommen lassen.
Kaum ist Jan Forstner wieder in seinem alten Heimatort angekommen, häufen sich auf mysteriöse Art und Weise schreckliche Unglücksfälle. Jan beginnt in der Vergangenheit zu graben und muss erkennen, dass er nicht der einzige ist, dem die Geschehnisse jener verhängnisvollen Nacht nicht aus dem Kopf gehen wollen. Offensichtlich gibt es jemanden in Jans direktem Umfeld, dem alles andere als daran gelegen ist, dass die Wahrheit endlich ans Licht kommt…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Kalte Stille“ ist ein Thriller, wie er im Buche steht: packend, voller mysteriöser Geheimnisse und verborgener Verkettungen und in keiner Sekunde langweilig! Wulf Dorn versteht wahrlich sein Handwerk – es gelingt ihm, eine undurchsichtige und zutiefst fesselnde Geschichte zu entwerfen, die den faszinierten Leser einfach nicht mehr loslassen will. Wer dieses Buch einmal aufgeschlagen hat, wird es nicht mehr aus den Händen geben wollen, ehe sich endlich alles aufgeklärt hat. Geschickt gelingt es dem Autor immer wieder, seine Leser aufs Glatteis zu führen, sie mit klug platzierten Hinweisen ein ums andere Mal in die falsche Richtung zu lenken. Nichts ist, wie es zunächst scheinen mag und die Figuren, die Dorn ins Rennen schickt, sind facettenreich und oftmals mehr als undurchsichtig.
Vor allem die Zeichnung der unterschiedlichen Charaktere bildet die große Stärke dieses Thrillers. Hier beweist Wulf Dorn große Menschenkenntnis und die Fähigkeit, in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken zu lassen. Keine seiner Figuren wirkt plump oder stereotyp und gerade diese Tatsache macht die Spannung und Faszination von „Kalte Stille“ aus. Hier geht es nicht allein um einen kranken Mörder, sondern vielmehr um die Beweggründe, die einen Menschen dazu bringen, allmählich seelisch krank zu werden. Etwas Dunkles, zutiefst Abgründiges lauert unter der Oberfläche und lässt den Leser bis zum Schluss nicht zur Ruhe kommen. So muss spannende und packende Unterhaltung sein!
Wissenswertes
Interview mit Wulf Dorn zu "Kalte Stille".
