Bandit Roads - in das gesetzlose Herz Mexikos

Autor: Richard Grant
Genre: Erlebnisbericht
Verlag: Malik
ISBN: 978-3-492-40386-3
Erscheinungsdatum (D) Juli 2010 Erschienen 2008
Seiten 319
Übersetzung Richard Grant

Bandit Roads - in das gesetzlose Herz Mexikos Bandit Roads - Into the lawless heart of Mexico

Inhalt

Mit Bandit Roads liegt nun erstmals die deutsche Übersetzung des 2008 in Amerika erschienen Reiseabenteuers von Richard Grant vor. Nach eingehender Vorbereitung und von ausdrücklichen Warnungen begleitet, macht sich der Reiseschreiber Grant in die Sierra Madre auf. Der Wüstenabschnitt, der unweit der amerikanischen Grenze verläuft, ist seit Jahrhunderten auch als mythenumwobene Heimat von Banditen, Wegelagerern und Drogenfarmern bekannt. Das Gesetz der Sierra Madre ist gnadenlos. Fremde werden nicht geduldet und müssen im schlimmsten Fall (für die Eindringlinge) beseitigt werden. Diese gewaltvollen Auswirkungen von grimmigen Zeitgenossen bekommt Grant während seiner Reise hautnah am eigenen Leib zu spüren. Mehrmals wird er bedroht, ausgeraubt und durch die Dünen gehetzt. Doch Grant trifft auch auf friedvolle und lebensfrohe Wüstenbewohner, die seit Generationen ihr Land bewirtschaften und als Nachfahren von indogenen Stämmen Nordamerikas ihr bescheidenes Dasein in der Einöde fristen. Vielschichtig portraitiert der Reisende verrückte Cowboys, Medizinmänner und moderne Goldgräber.

Er entblättert durch seine Geschichten ihren Alltag und gewährt Einblicke in die Seele dieses toughen Wüstenstrichs. Der waghalsige Abenteurer Grant fordert sein Schicksal mehrmals heraus. Wie er den Gefahren trotzt und was ihn trotz aller Warnungen und Rückschläge weiter antreibt, wird zum abenteuerlichen Lesevergnügen.

Buchkritik von David  Recordon

Richard Grant ist mit „Bandit Roads“ ein sehr umfassender Reisebericht gelungen, der sich an vielen Stellen wie ein fesselnder Abenteuerroman liest. Grant wird nicht müde zu erwähnen, dass sich Mythen in Mexiko wie mit einem Wimpernschlag verbreiten. „Für mich war das ein faszinierender Einblick in die Dehnbarkeit und Magie der mexikanischen Wahrheit“, gibt er seine Eindrücke der mündlich überlieferten Anekdoten wieder.

Jedoch ist auch bei all den wüsten Märchen, die der Autor während der Reise zu hören bekommt, immer auch ein wenig Realitätscharakter zu finden. Dies trifft wohl auch in Teilen auf Grants Reiseepisoden zu, die gelegentlich zu sehr mit der Räuberpistole und rasanten Verfolgungsjagden kokettieren. Über historische Fakten aus der Entdeckertradition der Sierra Madre und Hintergründe zur mexikanischen Kultur, findet er zumeist auf den ernüchternden Boden der Realität zurück. Hier findet er neben grassierender Gewalt und Verbrechen, die weitverbreiteten Auswüchse des Machismos, Armut und Bildungsnotstand in der Wüstenregion. Bei allen heroischen Parts in seinen Geschichten, gibt der britische Reiseschriftsteller in selbstironischen Passagen seine Bauchlandungen im Wüstenstaub auf erfrischende Art zu.

Etwas zu lange ist der Reisebericht Grants jedoch geworden. Die detailreichen Beschreibungen, die vielen Begegnungen und amüsanten Anmerkungen des Autors sind ambitioniert und lehrreich, jedoch lähmen sie auch streckenweise den Erzählfluss. Dennoch sei jedem, der dem Geheimnis der Sierra Madre näher kommen möchte und bis zum Schluss durchhält, dieses Buch empfohlen. Wer unterhaltsame Feldstudien aus erster Hand sucht, die frei von anthropologischem Kauderwelsch sind, sei dieser Reisebericht nahegelegt, der sich zuweilen haarscharf an der Grenze zur fiktionalen Abenteuerliteratur im Bücherregal aufreiht.

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