Der Nebelkönig

Der Nebelkönig

Autor Susanne Gerdom Genre Jugendbuch
Verlag Ueberreuther
ISBN 978-3800055661
Erscheinungsdatum (D) Juli 2010   Seiten 336

Inhalt

Sallie, fast 14 Jahre alt, lebt als Küchenhilfe in dem weitläufigen Herrenhaus ein geregeltes Leben. Ihr Tag ist bestimmt vom Gemüseschälen und Geschirr spülen. Die Herrschaft und auch große Teile des Hauses hat sie noch nie zu Gesicht bekommen und lediglich die Arbeit im Garten und die heimlichen Besuche in der Bibliothek durchbrechen den gleichförmigen Fluss der Tage. Hier liest sie vom bösen Nebelkönig und seinem erbitterten Kampf mit der Katzenkönigin. Eine Geschichte, die Sallie nicht mehr los lässt und die einen geheimnisvollen Bezug zu ihrem Leben zu haben scheint, denn kaum hat sie begonnen sich damit zu beschäftigen, häufen sich die Merkwürdigkeiten in ihrem sonst so geregelten Leben. Sallie beginnt Fragen zu stellen und die Antworten, die sie findet lassen sie an allem zweifeln, was sie bislang für die Wirklichkeit hielt.

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 4 von 5 Bs Susanne Gerdoms Einstand im Bereich Jugendbuch ist ein sehr gelungener. Mit „Der Nebelkönig“ entführt uns die deutsche Schriftstellerin in die düstere Welt eines verwunschenen Herrenhauses, das in seiner Beschreibung an das 19. Jahrhundert angelehnt ist. Bevölkert wird dieses ungewöhnliche Universum von dunklen Herrschaften, Gestaltwandlern und sprechenden Tieren. Niemand scheint hier das zu sein, als das er im ersten Moment erscheint. Gerdom nutzt klassische Fantasyelemente und verbindet sie mit Gothic-Ideen zu einer spannenden Mischung, die ihre Geheimnisse erst nach und nach Preis gibt. Zusammen mit der Hauptfigur Sallie entdeckt der Leser Stück für Stück die Erklärung für all die Merkwürdigkeiten und muss dabei auch die ein oder andere blutige Erfahrung machen. Susanne Gerdom nutzt diese Schockmomente gezielt für das Vorantreiben der Handlung und schwelgt nicht in grausamen Schilderungen. Für ein Jugendbuch befindet sie sich damit dennoch sicherlich im Grenzbereich.

Wie Susanne Gerdoms Fantasyromane, lebt auch „Der Nebelkönig“ von seinen eindrücklich gezeichneten Figuren. Mit wenigen Federstrichen erweckt die Autorin ihre Charaktere zum Leben. Ihr gelingt es dabei, diese liebevoll in Szene zu setzen und gleichzeitig mit jener Tiefe zu versehen, die nötig ist, damit man ihnen gerne folgt. Dadurch, dass „Gut“ und „Böse“ bei so gut wie allen Charakteren außer dem Nebelkönig und Sallie nicht wirklich klar erkennbar sind, bleibt deren Entwicklung bis zum Schluss ungewiss.

Ein packender Handlungsaufbau und undurchsichtige Figuren machen Susanne Gerdoms „Der Nebelkönig“ zu einem Buch, das man in einem Rutsch durchliest und das bis zum Schluss fesselt, auch wenn man bei der Auflösung der Geheimnisse gegen Ende den Figuren doch voraus ist.

Wissenswertes

Interview mit Susanne Gerdom zu "Der Nebelkönig".

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