Weltliteratur für Eilige - Und am Ende sind sie alle tot

Autor: Henrik Lange
Genre: Cartoon
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-78331-3
Erscheinungsdatum (D) Juni 2010 Seiten 186

Weltliteratur für Eilige - Und am Ende sind sie alle tot

Inhalt

Zusammengefasst in je drei Cartoons und kurzen Bildunterschriften, setzt dieses Buch 90 erfolgreiche Werke der Weltliteratur in Szene. Neben älteren Werken wie „Romeo & Julia“, „Tod in Venedig“, „Der Prozess“ oder „Ulysses“, finden sich in „Weltliteratur für Eilige – Und am Ende sind sie alle tot“ auch kurzweilige Zusammenfassungen von „Der Herr der Ringe“, „Friedhof der Kuscheltiere“, „Der Da Vinci Code“ oder „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“.

Buchkritik von Kathrin  Lang

„Weltliteratur“, das ist ein großes Wort von dem wir uns alle schnell erschlagen fühlen. Wie viele Bücher gibt es wohl, die man im Prinzip gelesen haben sollte, die man jedoch aus ganz unterschiedlichen Gründen eifrig meidet? In der Liste der Weltliteratur prangen große Namen, die eigentlich jedem ein Begriff sind. Doch: William Shakespeare, Thomas Mann, Hermann Hesse – zeitgemäß ist das nur bedingt. „Verstehe ich diese großen Schriftsteller aus heutiger Perspektive überhaupt?“, ist eine reichlich strapazierte Ausrede und doch recht naheliegend. Andere Autoren, deren Bücher zur Weltliteratur zählen, sind wiederum mit ordentlich Zeitgeist behaftet: Stephen King, Douglas Adams - da will man gerne mitreden, die will man gerne kennen, doch sind Kings gruslige und Adams absurde Zeilen nicht Jedermanns Sache. Kurzum: Die Liste ist lang, das schlechte Gewissen groß. Henrik Lange hat mit seinem „Weltliteratur für Eilige – Und am Ende sind sie alle tot“ einen simplen, aber doch fantastischen Ausweg erzeugt, der bei etwaigen ‚Leichen im Keller‘ kurzweilig Abhilfe verschafft. Komprimiert, auf je drei Cartoons verkürzt, berichtet er von Grenouilles feiner und mörderischen Nase („Das Parfum“), von Ismaels Begegnung mit dem weißen Wal („Moby Dick“) und von Jim Hawkins Suche nach dem sagenhaften Schatz von Captain Flint („Die Schatzinsel“). Immer wieder darf man sich dabei von Henrik Langes scharfer Beobachtungsgabe überraschen lassen. Tatsächlich gelingt es ihm, den Kern all dieser - häufig reichlich ausschweifenden - Geschichten in drei Bildern und kurzen Bildunterschriften wiederzugeben. Gesalzen mit einer ordentlichen Prise Ironie, etwas Spott hier und etwas Lapidarität da, wird sein „Weltliteratur für Eilige – Und am Ende sind sie alle tot“ ein Buch, das nicht nur große Wissenslücken schnell schließt, sondern herrlich lustig ist und damit wunderbar leichtfüßig durch die oftmals schwere Weltliteratur führt.

Dieses Buch erschien 2007 bereits in Schweden und 2008 in Großbritannien.

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