Der Wintergast

Der Wintergast

Autor Elisabeth Binder Genre Roman
Verlag Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-93890-6
Erscheinungsdatum (D) August 2010   Seiten 180

Inhalt

Der aufstrebende Künstler Andreas möchte den Winter in einem abgeschiedenen Schweizer Bergdorf verbringen, um über seine Kunst nachzudenken. Er ist der einzige Gast im herrschaftlichen Palazzo Susannas. Das Lotterleben, das Andreas bisher geführt hat, mag nicht so recht zu dem kleinen Ort und seinen Bewohnern passen, und bald schon passt der junge Mann seinen Tagesrhythmus den örtlichen Gepflogenheiten an. Besonders fasziniert ist der Künstler von der schönen und geheimnisvollen Pfarrerin Maddalena, der ein kranker Adler zugeflogen ist. Den gibt sie zur Pflege bei der Hobby-Ornithologin Susanna ab, und beide Frauen scheinen gleichermaßen im Banne dieses stolzen Vogels zu stehen. Auch ein kleines Mädchen, die mutterlose Andrea, fühlt sich offenbar zu Maddalena hingezogen. Sie, ihr Vater und die Großmutter bilden eine Schicksalsgemeinschaft, der eine große und tiefe Traurigkeit anhaftet. Als Andrea in der Weihnachtsnacht verschwindet und damit das ganze Dorf in Aufruhr versetzt, wird Andreas ganz unverhofft eine Schlüsselrolle zuteil, die ihn unwiederbringlich Teil einer ihm zunächst gänzlich fremden Gemeinschaft werden lässt.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs „Der Wintergast“ ist ein stiller und nachdenklicher Roman, in dessen Verlauf nichts wirklich Aufregendes geschieht, der aber dennoch über eine tiefe Symbolik verfügt. Elisabeth Binder versteht es, ohne viel Aufhebens von den Sehnsüchten ihrer Figuren zu berichten, die zugleich die tiefen Sehnsüchte von uns allen widerspiegeln. Sie erzählt von der Suche nach Ordnung im Leben, nach Zugehörigkeit und Vertrauen. Zugleich steht die Lust nach Abenteuer und neuen Gefilden im Fokus, die vor allem durch den eher still agierenden Protagonisten Andreas verkörpert wird. Binders Sprache erinnert dabei an Poesie, an einen verschneiten Wintermorgen, der darauf wartet, mit Spuren versehen zu werden.

In der Zeichnung ihrer Charaktere beweist die Autorin viel Gespür für Nuancen, sie versteht es, ihre Figuren mit wenigen Worten zu umreißen und so eine Ahnung der vielen Facetten entstehen zu lassen. „Der Wintergast“ spielt mit der Hoffnung eines jeden Menschen nach einem tieferen Sinn im Leben, nach der einen großen Antwort auf die vielen Fragen in uns. Ein Roman, um darin zu versinken und sich einfach treiben zu lassen.

Besucherbewertung

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Kommentare


Kommentare

Lena schreibt am 13.11.10, 06:51
Der Wintergast ist wie eine Schneekugel zu betrachten.Wann immer man anfängt zu lesen, wenn man es überhaupt aus der Hand legt, ist es so als ob durch schütteln Bewegung in die Abgeschlossenheit der Dorfgemeinschaft kommt.Man betrachtet das Leben der Menschen von aus und dringt doch tief ins Geschehen ein-ja, man fühlt sich dazu gehörig.Es ist zauberhaft-voller Metaphern und Symbolik und dennoch so einfach:Leben.
Das einzige was mich gestört hat waren die unzählig viel gesetzten Klammern im Text;sie störten mich und weckten mich irgendwie immer wieder auf.
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