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Kommende Buchkritiken
Der Mitternachtspalast
El Palacio de la Medianoche
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Autor
Carlos Ruiz Zafón
Genre Jugendbuch
Verlag S. Fischer ISBN 978-3-8414-4002-0 Übersetzung Lisa Grüneisen Erscheinungsdatum (D) 27.10.10 Erschienen 1994 Seiten 416 |
Inhalt
Ben lebt in einem Waisenhaus in Kalkutta. Zusammen mit einigen Freunden aus dem Waisenhaus hat er die Chowbar Society gegründet, eine Verbindung, die ihre Freundschaft unvergänglich machen soll. Für Ben, Seth, Isobel, Siraj, Roshan, Michael und Ian ist es das letzte Schuljahr, bald schon werden sie die ersten Schritte in das Erwachsenenleben tun. Aus diesem Anlass soll eine große Abschiedsfeier stattfinden, bei der die Freunde Sheere kennen lernen, die gerade mit ihrer Großmutter einen Besuch im Waisenhaus macht. Sie sind von Sheeres Geschichte derart fasziniert, dass sie sie in ihrem Geheimclub aufnehmen. Doch Sheeres Großmutter ist alles andere als begeistert von dieser neuen Bekanntschaft ihrer Enkelin, sind die beiden doch auf der Flucht vor einer finsteren Macht.
Dann überschlagen sich die Ereignisse. Ein schreckliches Unglück trägt sich zu, bei dem der Direktor des Waisenhauses, der kurz zuvor von dem mysteriösen Jawahal aufgesucht wurde, schwer verletzt wird. Jawahal hatte bei dem Jahre zurückliegenden Brand des Bahnhofs Jheeter’s Gate, bei dem Sheeres Vater ums Leben kam, eine tragende Rolle. Dass diese finstere Gestalt nun wieder auftaucht macht deutlich, dass zwei Personen aus der Chowbar Society in großer Gefahr schweben…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Es sind mysteriöse Ereignisse, die sich im Kalkutta des Jahres 1932 zutragen – zu mysteriös und verworren, wie man bald schon enttäuscht feststellen muss. Carlos Ruiz Zafón präsentiert uns mit „Der Mitternachtspalast“ eine Geschichte, die insgesamt leider viel zu konstruiert wirkt, als dass man ihr gefesselt folgen könnte. Der Autor bedient sich eines Klischees nach dem nächsten und erzählt eine Geschichte, die alles andere als neu ist. Eine dunkle Macht, die das Leben zweier Jugendlicher bedroht, denen nichts anderes bleibt, als sich ihrem finsteren Gegner entgegenzustellen. Auch wenn diese Idee nicht unbedingt innovativ ist, wäre sie durchaus ausbaufähig. Doch Zafón verstrickt sich in einem Gespinst aus Elementen der Fantasy-Literatur und erschafft so einen Eintopf aus Ideen, die einem leider nur zu bekannt vorkommen.
Die Figuren sind zwar ganz überzeugend gezeichnet, bleiben aber doch zu sehr an der Oberfläche, um ihre Motive wirklich überzeugend zu transportieren. Im Laufe der Handlung wird der Plot dann so hanebüchen und abenteuerlich, dass ihm auch der eingefleischte Fantasy-Leser nicht mehr folgen möchte. Insgesamt fühlt man sich von dieser Geschichte weder inspiriert noch berührt.
„Der Mitternachtspalast“ gehört ganz sicher nicht zu den großen Werken Carlos Ruiz Zafóns, denn das Buch ist zwar handwerklich ganz in Ordnung, nach der Spannung, dem wohligen Schauder und der Atmosphäre seiner übrigen Romane sucht man hier allerdings vergebens.
