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Was kostet die Welt
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Autor
Nagel
Genre Roman
Verlag Heyne ISBN 978-3-453-26687-2 Erscheinungsdatum (D) 27.09.10 Seiten 320 |
Inhalt
Als Meises Vater stirbt, vererbt er seinem Sohn eine Menge Geld. Genau genommen sind das satte 15.000 Euro. Meise hat noch nie so viel Geld besessen und entschließt, nach kurzer Überlegung, das Geld für etwas auszugeben, für das sein Vater vermutlich niemals Geld ausgegeben hätte: zum Reisen! Monatelang ist er unterwegs, erkundet die Welt – zusammen mit Verena, in die er sich irgendwie verliebt hat, irgendwie jedoch auch wieder nicht. Denn als Meise wieder Zuhause in Berlin ankommt, kann er sich nicht mehr dazu überwinden, sich bei Verena zu melden. Überhaupt hat sich alles verändert. Um die Verwirrung über die plötzliche Rückkehr in sein altes Leben zu überwinden, beschließt er, Berlin noch einmal für ein paar Wochen zu verlassen. Immerhin hat er auch noch ein paar Euro von dem Erbe übrig und die sollen schließlich nicht sinnlos für Lebenshaltungskosten verballert werden. Kurzentschlossen bucht Meise also eine Zugfahrt zu seinem Freund Flo. Dieser wohnt zusammen mit Judith mitten auf einem Weingut im Moseltal. Wird Meise in der tiefsten westdeutschen Provinz wieder zu sich finden?
Buchkritik von Kathrin Lang
Mit „Was kostet die Welt“ erzählt der Autor Nagel eine ebenso melancholische wie durch und durch humorvolle Geschichte über Meise – einen erfolglosen Barkeeper aus Berlin, der die vergangenen Monate damit verbracht hat, das Erbe seines Vaters mit Reisen rund um den Globus auf den Kopf zu hauen. Nagel gelingt es mit seinen Zeilen das merkwürdige Gefühl - das entsteht, wenn nach einer langen Reise wieder nach Hause in den Alltag zurückzukehrt - toll und passend zu umschreiben. Kernpunkt der Erzählung bildet dabei die Frage: Was machen, wenn man im eigenen Land plötzlich der Fremde ist, wenn plötzlich alles und wiederum nichts mehr so ist wie zuvor? Nagel wählt für seinen Protagonisten einen Weg, der ihn, und damit auch den Leser, auf eine aberwitzige Reise mitten ins Nirgendwo von Deutschland führt – mitten hinein in ein kleines Weinbaudorf im Moseltal, in dem ein Freund, oder besser gesagt ein Anti-Freund von Meise sein mal mehr, mal weniger spannendes Leben bestreitet. Im beschaulichen Moseltal kann sich Protagonist Meise auf herrliche lustige Weise und zu Genüge über das einfach gestrickte Leben der Leute auf dem Land auslassen und lässt damit seinen Frust auf die Welt und das öde Leben ab. Spaß macht das, trotz der zuteilen sehr herablassenden Sprache, allemal und sorgt immer wieder für schallende Lacher.
Wer selbst einmal für mehrere Monate die Ferne erkundet hat, der dürfte sich in „Was kostet die Welt“ das ein oder andere Mal an eigene Gedankengänge nach der Rückkehr in die Heimat erinnert fühlen. Aber auch sonst macht Nagels Roman irre viel Spaß und sorgt für vergnügliche, manchmal aber auch nachdenklich stimmende Lesestunden.
