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Kommende Buchkritiken
Stellaluna
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Autor
Janell Cannon
Genre Bilderbuch
Verlag Beltz & Gelberg ISBN 978-3-407-76094-4 Übersetzung Till Martin Erscheinungsdatum (D) 31.01.11 Erschienen 1993 Seiten 48 |
Inhalt
Das kleine Flughundkind Stellaluna lebt zusammen mit seiner Mutter in einem tropischen Wald. Als die beiden eines Nachts auf der Suche nach leckeren Früchten sind, werden sie von einer Eule angegriffen. Während die Flughundmutter verzweifelt versucht, mit ihrem Baby der Eule zu entkommen, verliert Stellaluna den Halt und fliegt, da sie noch nicht fliegen kann, pfeilschnell abwärts in den Wald. Zum Glück bleibt sie in einem Zweig hängen und landet schließlich in einem Nest voller hungriger Vogelkinder. Obwohl die kleinen Vögel Flap, Flitter und Pip sehr erstaunt über dieses seltsame Wesen sind, das sich kopfüber an seinen Füßen aufhängt, darf Stellaluna bleiben. Sie wird von der Vogelmutter mit allerlei Insekten gefüttert, die ihr zwar nicht schmecken, aber ihren großen Hunger stillen.
Stellaluna versucht, wie ein Vogel zu werden. Sie schläft in der Nacht, statt wie für sie üblich am Tag. Sie frisst grässliche Insekten und lernt zusammen mit Flap, Flitter und Pip das Fliegen. Und sie gewöhnt sich ab, sich an den Füßen aufzuhängen. Als sie sich eines Tages auf Entdeckungsreise mit ihren neuen Freunden begibt, schafft sie es nicht, vor Einbruch der Dunkelheit mit den Vögeln ins Nest zurückzukehren. Verzweifelt hängt sie sich, an ihren Daumen, statt an den Füßen, an einen Ast und schläft ein. Doch mitten in der Nacht hat Stellaluna eine Begegnung, die ihr zeigt, dass es noch andere gibt, die wie sie sind…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Stellaluna“ ist ein äußerst liebenswertes und anrührendes Bilderbuch über einen kleinen Flughund, der auf der Suche nach der eigenen Identität ist. Gerade das Thema Anderssein beschäftigt Kinder im Vorschulalter immer wieder aufs Neue, beginnen sie doch im Alter von drei Jahren, allmählich über die Grenzen der Familie hinauszugehen und werden so mit vielen neuen Erfahrungen konfrontiert. Vor allem im Vorschulalter ist es wichtig, bei Kindern Toleranz und Verständnis zu wecken – für soziale Minderheiten, für Menschen, die anders sind und leben – um ihnen so zu zeigen, dass jeder eine Daseinsberechtigung hat. Auch Stellaluna ist anders, sie ist plötzlich ganz alleine in einer Umgebung, die ihr fremd ist. Sie spürt, dass sie nicht dazugehört und beginnt, sich anzupassen, versucht, anders zu werden, um dazuzugehören. Für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ist es wichtig zu erkennen, dass man sich nicht immer bedingungslos anpassen darf, dass man seine eigene Individualität herausbilden muss. „Stellaluna“ macht mithilfe einer bezaubernden Geschichte Mut, zu sich und dem, was man ist, zu stehen.
Außerdem werden die Kinder aber auch vertraut gemacht mit einer Tierart, die bei uns kaum bekannt ist. Hier ist es einmal nicht ein süßes Häschen oder ein kleines Mäuschen, das im Mittelpunkt steht, sondern ein Tier, das wir auf den ersten Blick nicht unbedingt als niedlich bezeichnen würden. Und doch ist Stellaluna so anrührend und zauberhaft, dass man einfach nicht anders kann, als sie ins Herz zu schließen. Mit liebevoll gezeichneten Bildern und einem ansprechenden Text wird Vorschulkindern eine Geschichte erzählt, die sie in Zukunft Fledertiere mit anderen Augen sehen lassen wird.
Wissenswertes
Janell Cannon entwickelte Sommer-Leseprogramme für Kinder, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. In diesen Programmen werden Kinder über Tiere informiert, insbesondere über Tierarten, die im Allgemeinen nicht als liebenswert oder kuschelig empfunden werden, um so Verständnis auch für diese Wesen zu wecken.
Aus diesem Grund handelt Cannons erstes Kinderbuch „Stellaluna“ von Fledertieren. Im Anhang finden sich interessante und wissenswerte Informationen über die Gattung der Fledertiere.

