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Kommende Buchkritiken
Sommerlügen
|
Autor
Bernhard Schlink
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06753-8 Erscheinungsdatum (D) August 2010 Seiten 288 |
Inhalt
Hier wird von der Liebe und deren Tücken, von Täuschung und den großen und kleinen Lügen erzählt. Von einem Mann, der wie in einem Zwang seine Geliebte wieder und wieder belügt und betrügt und dabei nicht nur sie, sondern auch sich selbst verliert.
Von einer gealterten Frau, die eines Morgens aufwacht und merkt, dass sie ihre Kinder nicht mehr liebt, dass alles, was ihrem Leben Sinn und Richtung gegeben hat, unwichtig und schal geworden ist.
Von einem Mann, der sich eines Nachts im Flugzeug die Lebensbeichte seines Sitznachbarn anhört, eine Geschichte, die so abenteuerlich und zugleich so traurig ist, dass er nicht weiß, ob er diese Beichte glauben kann.
Von einem jungen Mann und Vater, der alles daran setzt, seine Frau, eine erfolgreiche und umjubelte Schriftstellerin von der Welt abzuschotten – und dabei vergisst, sie um Erlaubnis zu fragen.
Von einem Sohn, der sich von seinem Vater nie wirklich geliebt und angenommen fühlte und der nun versucht, den alten Mann auf einer gemeinsamen Reise besser kennen- und verstehen zu lernen.
Von einem todkranken Mann, der noch einen letzten glücklichen Sommer im Kreise seiner Familie verbringen möchte, um sich dann, umgeben von seinen Lieben, das Leben zu nehmen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Es sind kleine, unspektakuläre und dennoch sehr berührende und aufwühlende Geschichten, die uns Bernhard Schlink hier erzählt. Sie handeln allesamt von Menschen, die mit kleinen oder größeren Lügen zu leben gelernt haben. Manche werden von einer neuen Liebe berührt, die sie verheimlichen müssen, andere wiederum trauern einer vergangenen und unwiederbringlichen Liebe nach. Der Autor erzählt von Menschen, die Schuld am Unglück von geliebten Menschen tragen oder von solchen, die wegen eines anderen leiden müssen. Auch in diesen Kurzgeschichten ist es wieder die unglaublich klare und melancholische Erzählweise Schlinks, die den Leser so sehr berührt.
Der Autor beschreibt Menschen, die ja eigentlich so normal wirken, bei denen es aber unter der Oberfläche brodelt. Dabei beweist er ein beeindruckendes Gespür für die feinen Nuancen und die Untertöne, die manches verschweigen und doch vieles verraten. Immer wieder finden wir uns und Teile unseres Lebens wieder in diesen zutiefst menschlichen und irgendwie auch erschreckenden Geschichten – und gerade diese Tatsache lässt uns „Sommerlügen“ förmlich verschlingen.
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Kommentare
Kommentare
alma lüscher schreibt am 28.05.11, 21:49
Bernhard Schlink versteht es die verschiedenen Geschichten durch die Auseinandersetzung mit der Lüge geschickt zu verweben. Alle Facetten von der Notlüge bis zur Selbstlüge macht er im Rahmen alltäglicher Episoden transparent. Ein Meisterwerk: Auf der narrativen, psychologischen und sprachlichen Ebene überzeugt uns Bernhard Schlink in gewohnter Manier.


