Im Labyrinth der Nacht

Tomorrow

Im Labyrinth der Nacht

Autor Graham Swift Genre Roman
Verlag dtv premium
ISBN 978-3-423-24826-6
Übersetzung Barbara Rojahn-Deyk Erscheinungsdatum (D) 01.01.11   
Erschienen 2007  Seiten 318

Inhalt

Es ist eine lange Nacht für Paula, diese Sommernacht des Jahres 1995. Paulas Mann Mike schläft ruhig neben ihr, während sie versucht, sich auf die Ereignisse des kommenden Tages vorzubereiten – auf einen Tag, der alles verändern könnte. Die Zwillinge Kate und Nick, die nebenan schlafen, ahnen noch nicht, was auf sie zukommt, was ihre Eltern ihnen, die gerade erst sechzehn geworden sind, mitteilen möchten. Wie in einem Brief an ihre beiden Kinder, nimmt Paula in dieser Nacht in einem langen Monolog all das, was Mike morgen erzählen wird, vorweg. Sie blättert in ihrem imaginären Erinnerungsalbum, erzählt die Geschichte ihrer kleinen Familie, ihrer Ehe mit Mike und enthüllt Stück für Stück das große Geheimnis von Kates und Nicks Herkunft.

Paula weiß, dass der morgige Tag der Tag des Gerichts sein wird, der Tag, der alles, was bisher war zunichte machen könnte. Und während sie bemüht ist, Worte zu finden, die die Geheimnisse, das Verschweigen und Täuschen erklären könnten, entsteht nach und nach ein immer schärfer werdendes Bild eines großen Familiengeheimnisses.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 3 von 5 Bs Graham Swift erzählt uns in „Im Labyrinth der Nacht“ die Geschichte einer Familie, deren Schicksal viele andere Familien überall auf der Welt teilen, eine Geschichte, die vielleicht deshalb nie so richtig zu fesseln vermag. Möglich, dass das auch an dem von Swift gewählten Erzählstil liegt. Die Ich-Erzählerin Paula liegt in der Nacht vor einem alles entscheidenden Tag wach und erzählt die Geschichte ihrer Familie aus ihrer Perspektive. Alle Personen, von denen sie erzählt, alle Ereignisse, die sie schildert, bleiben dabei seltsam blass und ohne einen Hauch von Leben. Nur Paula scheint wirklich zu existieren, und ihre Erzählung ist manchmal so in sich versunken und langatmig, dass man ihr nur bedingt folgen möchte.

Es geht in diesem Roman um die Frage, was wir tatsächlich von den Menschen wissen, die wir lieben. Wie wichtig ist die Wahrheit und wo sind Lügen sogar existentiell? Wir lernen in „Im Labyrinth der Nacht“ ein Ehepaar kennen, das eine folgenschwere Entscheidung getroffen hat, deren Konsequenzen das weitere Leben bestimmen werden. Swift spielt immer wieder mit der Frage: Was wäre, wenn… - und steckt damit seine Leser an. Dieses Anregen zum Nachdenken über unsere eigenen Wertvorstellungen und Überzeugungen ist die große Stärke dieses Romans. Dennoch bleibt man immer irgendwie außen vor und schlägt das Buch am Ende mit einer gewissen Erleichterung zu.

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