Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Die Villa am Rande der Zeit
Sitnicarnica ‚Kod srecne ruke’
|
Autor
Goran Petrovic
Genre Roman
Verlag dtv premium ISBN 978-3-423-24824-2 Übersetzung Susanne Böhm-Milosavljevic Erscheinungsdatum (D) 01.12.10 Erschienen 2000 Seiten 384 |
Inhalt
Als der Belgrader Student Adam einen neuen Auftrag annimmt, macht er sich keine Vorstellungen davon, welch ungewöhnliche Erfahrungen dieser mit sich bringen wird. Adam soll einen Jahrzehnte zuvor erschienenen Roman umarbeiten. Der Autor dieses Romans, Anastas Branica, hatte sich schon vor langer Zeit das Leben genommen. Als Adam dessen Buch zur Hand nimmt, macht er eine sonderbare Entdeckung: Ohne es verhindern zu können, findet er sich unversehens inmitten des Romans wieder und – noch seltsamer – begegnet anderen Lesern, die über dieselbe Gabe verfügen wie er selbst. Offensichtlich gibt es eine große Anzahl von Menschen, die wie Adam dem Zauber von Anastas Branicas Geschichte erlegen sind.
Es war in den Dreißigerjahren, als Anastas Branica dieses Buch schrieb, um sich in dessen Schauplatz, einer prachtvollen Villa, mit seiner französischen Geliebten Nathalie treffen zu können. Da Nathalie bereits einem anderen Mann versprochen war, war diese Villa, umgeben von einem prachtvollen Garten, der einzige Ort, an dem die beiden Liebenden zueinander finden konnten. Doch auch andere Leser fanden Zugang zu diesem verzauberten Ort, und nicht alle hatten reine Absichten.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Der serbische Autor Goran Petrovic präsentiert uns mit „Die Villa am Rande der Zeit“ einen wunderschönen Roman voller Poesie, Zauber und großer Gefühle. Die Melancholie, die sowohl Anastas Branica als auch den Studenten Adam umgibt, zieht den Leser sofort in ihren Bann und lässt schon in den ersten Sätzen erahnen, dass es sich hier um eine ganz besondere und berührende Geschichte handeln muss. Die Figuren, die Petrovic in die Handlung einwebt, sind von großer Tiefe und mit starker Hand gezeichnet. Die Dramatik und Grausamkeit des Krieges finden hier ebenso Ausdruck, wie die bittersüße Liebesgeschichte, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Getragen wir diese Liebeserklärung an das Lesen von liebenswerten, faszinierenden und intriganten Figuren, die aber nie nur gut oder nur böse sind.
Gekonnt verflechtet Goran Petrovic Vergangenheit und Gegenwart ebenso miteinander, wie Wirklichkeit und Traum. Immer wieder ertappt man sich dabei, wie man mit Adam und Anastas in eine Traumwelt gleitet, ohne es eigentlich zu merken. Der Autor verbindet mehrere Schicksale aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts in Jugoslawien miteinander, ohne dabei je den entscheidenden roten Faden zu verlieren. Ohne jede Anstrengung nimmt er seine Leser mit auf eine turbulente und zugleich melancholische Reise zur Villa am Rande der Zeit, die Raum für viele Phantasien und Träumereien lässt.
Wissenswertes
„Die Villa am Rande der Zeit“ erhielt den renommierten NIN-Preis. Der Roman, der in Serbien bereits ein literarischer Bestseller ist, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.
