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Zehn
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Autor
Franka Potente
Genre Kurzgeschichten
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05423-2 Erscheinungsdatum (D) August 2010 Seiten 176 |
Inhalt
Frau Michi hält in Tokio den kleinen Familienbetrieb ihrer Eltern am Leben. Sie verkauft Fächer – unter anderem an Herrn Schreiber aus Deutschland, der in Japan an einem Kongress teilnimmt und noch ein Geschenk für seine Tochter sucht. Kurz danach erfährt der Leser etwas über das unglückliche Leben von Frau Nishki, deren Kinder schon lange aus dem Haus sind und die von ihrem Mann verlassen wurde. Solche und ähnliche kurze Lebenseinblicke gewährt uns Franka Potente mit „Zehn“. Innerhalb von zehn Kurzgeschichten wirft sie einen fesselnden Blick auf das Leben im fernen Japan.
Buchkritik von Kathrin Lang
Dass Franka Potente mehrfach begabt ist, durften wir in den vergangenen Jahren immer wieder erleben. In Deutschland wurde sie in den späten 1990er Jahren als Schauspielerin bekannt. Heute ist sie auch in Hollywood ein gern gesehenes Gesicht, feierte 2006 ihr Regie- und Drehbuchdebüt und betätigt sich zudem häufig auch als Sängerin. Die Leser dieses Landes machte Potente bereits 2005 erstmals auf sich aufmerksam, als sie zusammen mit Schauspielerfreund Max Urlacher den Briefroman „Los Angeles – Berlin. Ein Jahr“ veröffentlichte. Boulevard-Liebhaber wurden schon damals enttäuscht: Potente gehört, trotzt ordentlich Star-Image, nicht zur Fraktion der autobiografischen Klatsch-und-Tratsch-Schreiber dieses Landes. So nimmt sie auch 2010 mit ihrem Kurzgeschichtenband „Zehn“ Abstand von jeglichen all zu persönlichen Lebenseinblicken und siedelt ihre zehn Kurzgeschichten kurzerhand mitten im fernen Japan an.
Franka Potentes zehn Stories liefern einen tollen Einblick in eine fremde Kultur. Sensibel und sehr sinnlich erzählt uns die Autorin von einem Leben, das in weiter Ferne liegt und das durch die Zeilen doch so nahe erscheint. Potente versteht es, mit wenigen Worten viel zu sagen und innerhalb kürzester Zeit eine tolle Atmosphäre hervorzubringen, die elektrisierend wirkt und Empathie für das Schicksal der Figuren erzeugt. Mal melancholisch, mal glücklich und hoffnungsvoll, ist Potente mit ihrem zweiten literarischen Werk eine tolle Lektüre gelungen. Vor allem auch durch das Spiel mit der Begegnung von unterschiedlichen Kulturen wurde „Zehn“ zu einem außergewöhnlichen Buch, das sich wunderbar peu à peu genießen lässt.
Wissenswertes
Hier geht es zum Portrait von Franka Potente auf Moviesection.de!
