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Kommende Buchkritiken
Gotteszahl
Pengemannen
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Autor
Anne Holt
Genre Krimi
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05395-2 Übersetzung Gabriele Haefs Erscheinungsdatum (D) September 2010 Erschienen 2009 Seiten 464 |
Inhalt
Im eiskalten Dezember wird aus dem Osloer Hafenbecken eine bis zur Unkenntlichkeit verweste Leiche gezogen. Ein zunächst relativ unspektakulärer Fund, denn schließlich wimmelt es in Oslo nur so von Obdachlosen, Drogensüchtigen und Strichjungen. Doch nur einige Tage später wird im Küstenort Bergen die engagierte Bischöfin Eva Karin Lysgaard erstochen. Obwohl eigentlich jegliches Motiv für den Mord an der beliebten Bischöfin fehlt, ist Kommissar Yngvar Stubø alarmiert, denn Karin Lysgaards Ehemann schweigt beharrlich und verrät nichts über den Grund, warum seine Frau in der Nacht des Heiligen Abend zu später Stunde noch allein unterwegs war. Auch sein Sohn verhält sich abweisend und scheint sich mit irgendwelchen Vermutungen zu quälen. Als innerhalb kürzester Zeit weitere Todesfälle in Oslo gemeldet werden, beginnt auch Yngvars Frau Inger Johanne sich mit dieser Mordserie zu beschäftigen. Dabei stößt sie auf eine christlich-fundamentalistische Bewegung, Zahlenmystiker, die sich „25er“ nennen.
Inger Johanne quält sich aber auch mit einer sehr persönlichen Angst, denn sie wird das Gefühl nicht los, dass ihre Tochter Kristiane von einem Unbekannten beobachtet wird. Während Yngvar auf Hochtouren ermittelt, durchschaut Inger Johanne allmählich die Zusammenhänge und muss erkennen, dass die Morde unmittelbar mit einer Beobachtung von Kristiane in Verbindung stehen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Mit „Gotteszahl“ liefert die Norwegerin Anne Holt erneut einen Kriminalroman im klassischen Stil ab, bei dem es viel weniger um die Schilderung grausamer und bestialischer Morde und die Psyche des Mörders geht, sondern vielmehr um die Verfahrensweise und Taktik der Ermittler. Kommissar Yngvar Stubø und seine Frau Inger Johanne sind ein eingespieltes und dem Leser wohl vertrautes Team, das in dieser Geschichte wieder neue Facetten hinzugewinnt. Es sind die feinen Nuancen, die Zeichnung der Figuren und Schauplätze und der beinahe poetische Schreibstil von Anne Holt, die ihre Krimis zu etwas Besonderem machen. Auch bei „Gotteszahl“ gelingt es ihr scheinbar spielend, den Leser an der Hand zu nehmen, ihn mitten hineinzuführen in Yngvars und Inger Johannes nicht ganz unproblematisches Familienleben und in eine Mordermittlung, die spannender kaum sein könnte.
Eine finstere und beängstigende fundamentalistische Bewegung mit verabscheuungswürdigen Zielen scheint der Schlüssel zur Lösung zu sein, und Anne Holt spart in diesem Zusammenhang nicht mit gesellschaftskritischen Untertönen. Dabei geht es nicht nur um die Auflösung einer bestialischen Mordserie, sondern vielmehr um das unumstößliche Recht jedes einzelnen, seine Sexualität frei leben zu dürfen. Vor allem in diesem Kontext überzeugt „Gotteszahl“ in jeder Zeile und lässt am Ende einen nicht nur von des Rätsels Lösung völlig überraschten, sondern auch sehr nachdenklichen Leser zurück.
„Gotteszahl“ ist ein in sich absolut stimmiger und packender Kriminalroman mit großartigen und authentischen Charakteren.
Wissenswertes
Kommissar Yngvar Stubo und Inger Johanne Vik ermitteln in folgenden Fällen:
In kalter Absicht
Was niemals geschah
Die Präsidentin
Gotteszahl

