Die Gräfin der Lüfte

La contessa di ricotta

Die Gräfin der Lüfte

Autor Milena Agus Genre Roman
Verlag Hoffmann und Campe
ISBN 978-3-455-40040-3
Übersetzung Monika Köpfer Erscheinungsdatum (D) Februar 2010   
Erschienen 2009  Seiten 128

Inhalt

Ein heruntergekommener Stadtpalast im Herzen Cagliaris. Einst im Familienbesitz, ist er Dreh- und Angelpunkt im Leben der drei Schwestern einer verarmten Adelsfamilie. Noemi, die Älteste der drei Schwestern ist bemüht, den zum Teil veräußerten Familienbesitz wieder zurückzukaufen. Maddalena, die Mittlere, wünscht sich zusammen mit ihrem Mann nichts sehnlicher als ein Kind. Die Jüngste, von Natur aus sehr ungeschickt, hat einen bereits fünf Jahre alten Sohn. Die „Contessa Ricotta“, wie sie spöttisch ihrer ungeschickten Hände wegen genannt wird, möchte nichts anderes, als einen Vater für ihren Sohn und eine intakte Familie. Über eine Mauer zum Nachbargrundstück hinweg entspinnt sich eine Beziehung zu einem geschiedenen Fluglehrer. Ihr Sohn, ein sehr sonderbares Kind, büchst derweil dauernd aus, um mit Kindern seines Alters in Kontakt zu kommen. Dies will jedoch nicht so recht gelingen und er wird von seinsgleichen immer wieder ausgegrenzt. Und dann ist da noch die ehemalige Bedienstete Tata, die jetzt in die Jahre gekommen, als Faktotum immer noch zur Familie gehört.

Buchkritik von Gabriele Frommholz

Gabriele vergibt 5 von 5 Bs Es sind ja schon eigentlich alle Bücher geschrieben. Es gibt ihn nicht mehr, den Erzählstoff aus dem manchmal Träume sind. Denkt zumindest der Vielleser vielleicht. Weit gefehlt! Heißer Tipp: einfach einmal das Genre wechseln und ganz nebenbei auf wahre Kostbarkeiten stoßen. „Die Gräfin der Lüfte“ gehört in diese Kategorie. Dieses kleine Bändchen schafft es mühelos, den Leser zum Träumen zu bringen und ihn in eine andere Welt mitzunehmen. Die junge Autorin entführt den Leser auf unglaublich einfühlsame Art und Weise in eine Welt voller Poesie. Gerne lässt man sich „abholen“, und man hat überhaupt keine Probleme, sich mit mindestens einer Romanfigur zu identifizieren. Woran liegt das? Zum einen an der sehr geschickten Einteilung des Romans. Kurze, zum Teil sehr knappe Kapitel, beschreiben alltägliche Situationen, die es für die Figuren zu bewältigen gilt. Zum anderen bedient sich Milena Agus einer sehr sanften Sprache, geht dabei aber auch auf tragische Situationen ungeschminkt und ohne Umschweife ein. Ein besonders eindrückliches Beispiel ist die Fehlgeburt Maddalenas, die sich doch so sehr ein Kind wünscht und deren Unglück man so gut nachempfinden kann. Milena Agus greift das Leben in seiner vollen Bandbreite beim Schopf. Sie schafft es mühelos, den Leser auf einem Weg durch Täler hin zur höchsten Höhe des Glücks mitzunehmen.

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