Der Funke des Chronos

Der Funke des Chronos

Autor Thomas Finn Genre Fantasy
Verlag Piper
ISBN 978-3492266512
Erscheinungsdatum (D) 01.01.06   Seiten 412

Inhalt

Medizinstudent Tobias hat sich immer für einen rationalen Menschen gehalten, der nicht an mysteriöse Verwicklungen glaubt. Doch dann erreicht ihn kurz vor Weihnachten - wie jedes Jahr - das Packet eines Fremden. Diesmal erhält er jedoch keinen Computer oder einen neuen Pullover sondern eine CD und einen seltsamen Stab. Tobias, das Waisenkind, ist elektrisiert, als der Fremde ihm verspricht, mehr über seine Vergangenheit zu erzählen und ihn zu einer bestimmten Adresse lockt. Dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse und Tobias wird mit einer Zeitmaschine aus dem Jahr 2006 in das Hamburg des Jahres 1842 geschickt. Hier treibt gerade ein bestialischer Serienmörder sein blutiges Unwesen. Reiche Tüftler, hartnäckige Kommissare und finstere Experimente – Tobias ist bald in einem Netz aus Fragen und merkwürdigen Personen gefangen und dabei den Antworten nach seiner Herkunft kein Stück näher gekommen. Außerdem ist seine Zeitmaschine verschwunden. Als sich Hamburg durch eine Feuersbrunst in eine heiße Hölle verwandelt, fügen sich die Puzzelteile zusammen und Tobias bleibt nur noch wenig Zeit, um den Fall zu lösen und die Zukunft zu erkennen.

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 5 von 5 Bs Mit „Der Funke des Chronos“ ist Thomas Finn nicht nur ein spannender Genremix gelungen, sondern auch eine liebevolle und detailgenaue Hommage an seine Wahl-Heimatstadt Hamburg. Zusammen mit Protagonist Tobias reist man in das Hamburg des Jahres 1842 und lernt die Hansestadt kennen, als die Kutsche noch das bevorzugte Beförderungsmittel war und der Bau der Eisenbahn eine phantastische Neuerung. Der technische Fortschritt ist im Aufwind, während das einfache Volk immer noch Kerzen anzündet. Eine spannende Zeit, deren Atmosphäre sich in „Der Funke des Chronos“ gut widerspiegelt. Dazu trägt sicherlich auch das Stilmittel bei, dass die gemeinen Hamburger platt sprechen. Man muss sich als Nicht-Nordlicht hier zwar erst einmal einlesen, dennoch macht es die Figuren herrlich lebensecht. Finns Geschichte hat nicht nur sympathische Hauptfiguren und finstere Bösewichte sondern auch den Charme der phantastischen Bücher eines Jules Verne oder H.G Wells. Insbesondere die zahlreichen Nebencharaktere wie der Polizist Kettenburg, Borchers oder auch der Bankier Heine sind Tomas Finn gut gelungen. Tobias ist eine Hauptfigur der man gerne folgt.

Der in die Zeitreise eingebettete Kriminalfall ist fesselnd bis zum Schluss und bewahrt sich durch immer neue Wendungen bis zum Ende seine Faszination. Dabei gelingt es dem Autor, die Grenzen der Glaubwürdigkeit genau auszuloten und bis zu den letzten Seiten immer wieder zu überraschen. „Der Funke des Chronos“ wird so, auch dank einem flüssigen Erzählstil, zu einer durchweg guten Leseunterhaltung, die Krimi, Science-Fiction und Historisches stimmig vereint.

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