Einmal rundherum – Geschichten einer Weltreise

Autor: Andreas Altmann
Genre: Erlebnisbericht
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-22931-2
Erscheinungsdatum (D) 2002 Seiten 155

Einmal rundherum – Geschichten einer Weltreise

Inhalt

Die Weltreise beginnt mit einer Zugfahrt von Paris gen Süden. In Marseille meldet sich Altmann aus Jucks bei der berüchtigten Fremdenlegion. Auf der Fähre nach Tunis trifft er auf den rasenden Rentner Claude, der mit einer Harley Tunesien entdecken möchte. In Ägypten flaniert er über die Bazare von Suez. Nach seiner Ankunft in Jordanien, trifft er auf Mohammed, der ihn das Glück des Augenblicks lehrt. In New Dehli begegnet Altmann Mahabir, einem Börsenbroker und Spirituellen, mit dem er eine Audienz bei einem Guru wahrnimmt. In Bangkok gibt sich der Reisende der Meditation in einem buddhistischen Tempel hin, anstatt den zwielichtigen, vergnügungssüchtigen Tourismusströmen zu folgen. Mit einem Heroinjunkie an den Rücken gebunden, rast er durch das pulsierende Verkehrschaos von Ho Chi Minh City. Im Landesinneren erwarten ihn die historischen Chu-Chi Tunnel: Eine 250 km lange Stollenlandschaft unter der Erde, die den Vietnamesen während des Krieges als Luftschutzbunker diente. Sydney empfängt Altmann mit einem westlichen Kulturschock, als er einem Australier dabei zusieht, wie dieser das Trottoir mit dem Staubsauger von feinem Laub befreit. Auf dieser Reise zumindest scheint - außer der beeindruckenden Architektur der australischen Metropole - alles andere nur wieder zum Wegfliegen zu animieren. Also geht es weiter nach Peru, um in Lima den Helden des Alltags und ihren Heiligen auf die Spur zu kommen. Auf dem Weg nach Ecuador trifft der Weltenbummler auf streikende ‚campesinos‘ und erfährt etwas von der Sehnsucht der ‚clandestinos‘ - den Illegalen, die den beschwerlichen Weg über Mexiko auf sich nehmen um ins verheißungsvolle Amerika zu gelangen. Entgegen der Horrormärchen aus dem Land mit der höchsten Mordrate der Welt begegnen Altmann in Kolumbien menschliche Wärme und beeindruckende Zeitgenossen.

Buchkritik von David  Recordon

Der Reiseautor Andreas Altmann umrundete einmal den Globus, um seinen Lesern das Staunen zu lehren. Wer eine Anleitung zum Weltreisen sucht oder von den schönsten Landschaften der Welt träumen möchte, sei gewarnt: Es sind die menschlichen Schicksale und wie diese mutig den Herausforderungen ihres harten Alltags trotzen, die den weitgereisten Reporter interessieren. Beeindruckende und skurrile Portraits von Menschen finden sich in den Anekdoten, die Altmann seinen Lesern in atemberaubenden Momentaufnahmen näherbringt. Der zuweilen raue, eigenwillige Stil und doch liebevolle Ton, mit dem der Reiseschriftsteller seine Begegnungen von unterwegs beschreibt, geben Einblick in seine Leidenschaft zur Sprache, die er nach eigener Aussage als seine einzige Heimat bezeichnet.

„Wenn das Lesen dieser Zeilen einen Sinn haben soll, dann den folgenden: den Leser mit Sehnsucht vergiften. Damit er den Mehlsack in sich vergisst, den Ranzen schnürt und losrennt. Erst ab diesem Augenblick besteht die Möglichkeit, dass auch ihn die Freuden und Niederlagen eines solchen Unternehmens einholen. Hautnah.“ (Andreas Altmann)

Besser könnte man das, was den getriebenen Weltentdecker Altmann anspornt nicht beschreiben. Wer also Lust verspürt sein Fernweh zu lindern und sich ermutigen lassen möchte aus dem Alltagstrott auszureißen, dem sei „Einmal rundherum“ ans Herz gelegt.

Interview mit Andreas Altmann.

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen