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Kommende Buchkritiken
Die Bibliothek der Schatten
Libri di Luca
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Autor
Mikkel Birkegaard
Genre Roman
Verlag Page&Turner ISBN 978-3-442-20362-8 Übersetzung Günther Frauenlob, Maike Dörries Erscheinungsdatum (D) März 2010 Erschienen 2007 Seiten 512 |
Inhalt
Als Luca eines Abends nach einer Reise in seine Kopenhagener Buchhandlung zurückkehrt, scheint sie ihm auf unerklärliche Weise verändert. Der alte Italiener ist so sehr mit seinem Antiquariat verbunden, dass ihm das neue Buch in der Glasvitrine sofort ins Auge sticht. Doch als er darin zu lesen beginnt, geschieht etwas Sonderbares. Luca wird wie von einer magischen Kraft in dem Buch festgehalten, kann nicht mehr aufhören zu lesen. Wenig später ist er tot.
Als sein Sohn John von Lucas Tod erfährt, ist er schockiert. Obwohl die beiden jahrelang keinen Kontakt zueinander hatten, hat er seinen Vater geliebt. Dennoch will der Anwalt zunächst nichts mit dessen Nachlass, der Buchhandlung, zu tun haben. Aber als Lucas Freunde vermuten, Luca könnte ermordet worden sein, ist Johns Interesse geweckt. Er erfährt, dass sein Vater nicht nur Bücher verkaufte, sondern auch Menschen mit einer besonderen, mysteriösen Gabe um sich versammelte. Sie nutzen die Macht der Bücher, um die Welt um sich herum verändern zu können. Doch dann muss John erfahren, dass diese Gabe nicht nur für gute Zwecke verwendet werden kann...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Mikkel Birkegaard hat mit seinem Roman ein Buch veröffentlicht, das selbst die Macht der Bücher anpreist und damit für Bibliophile und Leseratten doppelt interessant sein dürfte.
Der dänische Autor erzählt eine Geschichte über das Lesen und seine Manipulationsmöglichkeiten, über das sinnliche Erlebnis, das Bücher ermöglichen können und über den menschlichen Drang nach Macht. Auch wenn die Geschichte eindeutig über die Realität hinaus ein Bild von Büchern zeichnet, so steckt doch trotzdem ein Körnchen Wahrheit dahinter. Hier werden fantastische Elemente gebraucht, um eine neugierige Erwartungshaltung und eine mysteriöse Atmosphäre aufzubauen und den Leser mit rätselhaften Geschehnissen zu ködern. Zu Anfang geht Birkegaards Rechnung voll auf, ist sein Roman doch spannend konstruiert und fesselnd, so dass man sich bald selbst unter dem Einfluss dieser Menschen mit spezieller Gabe wähnt. Doch wenn man als Leser mitten im Geschehen steht und auf ein reizvolles Ende hofft, verkommt dieses Werk plötzlich zu einem Weltverschwörungsdrama, das erfüllt ist von kriminellen Machenschaften und bösartigen Drahtziehern. So kann das anfangs so verträumt anmutende Buch über die Fantasie des Lesens den Erwartungen seiner Leserschaft am Ende nicht gerecht werden und lässt nur einen bitteren Beigeschmack und Enttäuschung zurück.
