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Kommende Buchkritiken
Die Magier von Montparnasse
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Autor
Oliver Plaschka
Genre Fantasy
Verlag Klett-Cotta ISBN 978-3-608-93874-6 Erscheinungsdatum (D) 01.03.10 Seiten 428 |
Inhalt
Es ist ihre vorletzte Vorstellung in Paris. Eigentlich läuft alles bestens für den Zauberer Ravi und seine bezaubernde Assistentin Blanche. Das Publikum ist begeistert. Doch dann bemerkt Ravi, dass etwas nicht nach Plan läuft. Er ist gezwungen, auf der Bühne echte Magie anzuwenden, um das Leben von Blanche zu retten. Eine Katastrophe, wacht die geheime Organisation der Magier, die Sociéte, doch genau über solche Fehltritte. Und ihre Strafen sind entsetzlich. Tatsächlich dauert es nicht lange, und Ravi erhält in seinem Hotel, dem kleinen „Jardin“, unangenehmen Besuch. Plötzlich scheint die Zeit still zu stehen und nicht nur Ravi sondern auch die Kellnerin Justine, der brummige Wirt Alphonse und der angehende Schriftsteller Gaspard merken, wie die Wirklichkeit die Welt verlässt und sich der Ring der Sociéte unnachgiebig enger um das Jardin und seine Bewohner zu ziehen beginnt. Ein Entrinnen scheint unmöglich.
Buchkritik von Melanie Frommholz
Mit „Die Magier von Montparnasse“ entführt der deutsche Fantasy-Autor Oliver Plaschka seine Leser nicht nur in das Paris der goldenen 20er Jahre, sondern auch in eine Welt der Magie und Rätsel. In einer geschliffenen Sprache malt er poetische Bilder und lässt seine Figuren nicht nur einmal über den Sinn des Lebens, verpasste Chancen und das Ende aller Dinge philosophieren. Plaschka mischt Mystisches und Magisches mit den Zutaten eines guten alten Kriminalfalles á la Sherlock Holmes und so verwundert es nicht wirklich, dass man in jedem Kapitel nur in ganz kleinen Scheiben über die wahren Hintergründe der Ereignisse blicken kann. Auf begrenztem Raum umkreisen sich die Protagonisten und bis zum Schluss ist nicht klar, wer hier ehrlich spielt und wer mit gezinkten Karten. Was sich zu Beginn noch als ein packender Entwurf für eine ganz besondere Mischung aus Krimi und Fantasygeschichte präsentiert, verliert sich jedoch in gepflegter Langeweile. Oliver Plaschkas Figuren ergehen sich in einer Zeitschleife immer und immer wieder in Andeutungen über eine verborgene Symbolik und auch wenn sie alle aus der Ich-Perspektive erzählen, kommen sie einem nicht näher. Ihnen immer wieder durch die gleichen Ereignisse zu folgen, ermüdet und macht nicht wirklich neugierig auf die Auflösung des Rätsels. Der vermeintliche Zauber der Geschichte erreicht einen beim Lesen nicht und man kann das Buch jeder Zeit aus der Hand legen. Vergeblich wartet man auf den elektrisierenden Sog, der einen endlich ganz in die Geschichte ziehen möge.
Oliver Plaschka bewegt sich mit „Die Magier von Montparnasse“ nicht auf den üblichen ausgetretenen Fantasypfaden, sondern versucht mit seiner Mischung aus Krimielementen und dem Abtauchen in eine andere Epoche, neue Wege zu beschreiten. Schade, dass das Ergebnis so wenig fesselt.
