Aktuelle Autoren
Aktuelle Buchkritiken
- März
- African Queen
- März
- Ashby House
- März
- Atem
- März
- Aufziehendes Gewitter
- März
- Die Bestimmung
- März
- Die Geheimnisse des Nic...
- März
- Die Nacht
- März
- Die Schuldlosen
- März
- Du und ich
- März
- Etwas endet, etwas beginnt
- März
- Garp und wie er die Welt sah
- März
- Nachricht von dir
- März
- Räuberleben
- März
- Schwarzer Schmetterling
- März
- Sie und er
- März
- Splitterwelten
- April
- Die 39 Zeichen - 9
- April
- Liebe und andere Ver...
- April
- Sarg niemals nie
- April
- Schweig still mein M...
- Mai
- Der Wald wirft schwarze Sch...
- Mai
- Meine Schwester lebt auf...
- Mai
- Oneiros
- Mai
- Schnitt
Kommende Buchkritiken
Die Maurin
|
Autor
Lea Korte
Genre Historischer Roman
Verlag Knaur ISBN 978-3-426-50230-3 Erscheinungsdatum (D) Februar 2010 Seiten 672 |
Inhalt
Andalusien im Ende des 15. Jahrhunderts: Der Kreis um die Mauren wird immer enger gezogen, denn sie besetzten nach wie vor Land auf spanischem Gebiet. Die christlichen Spanier wollen die Muslime nach mehr als siebenhundert Jahren nicht länger in ihrem Land dulden und beginnen, nun auch die letzte Bastion Granada und das Umland zurückzuerobern. Doch diese Reconquista fordert unschuldige Opfer und entzweit viele Familien – allen voran die der Maurin Zahra. Das junge Mädchen dient Aischa, der Hauptfrau des Emirs von Granada, und kommt nicht umhin, in die politischen Auseinandersetzungen verwickelt zu werden. Bald schon muss sie erfahren, was es heißt, wenn sich selbst Brüder auf verschiedene Seiten schlagen und wenn die Religion der Einigkeit und Liebe im Weg steht.
Buchkritik von Karolin Kullmann
Lea Korte hat mit „Die Maurin“ ihren zweiten historischen Roman veröffentlicht und beleuchtet darin ein prägendes Stück spanischer Geschichte. Sie erzählt von den Wirren der Reconquista - einem Schlüsselereignis für die iberische Halbinsel - während der die in Spanien angesiedelten Mauren völlig von den katholischen Königen verdrängt wurden. Zentrale Handlung ist hier der Fall Granadas, der letzten muslimischen Bastion auf spanischem Gebiet.
Die Autorin wartet mit nachhaltig recherchierten Fakten auf, die interessant und unterhaltend sind, und stellt Zeit und Atmosphäre so lebendig dar, dass man sich gern darin verliert. Der Leser wird hier auf eine Zeitreise in eine orientalisch anmutende Vergangenheit entführt, die Kriege und Politik genauso umfasst wie Besuche im Hammam, häuslichen Alltag und detailreiche Beschreibungen von Kleidungsstücken. Lea Korte beleuchtet christliche und muslimische Sitten und Bräuche gleichermaßen und stellt die unterschiedlichen Positionen einander gegenüber, die zum Bruch des einstmals friedlichen Zusammenlebens führten – sie versteht es, den Konflikt zwischen Mauren und Christen realitätsnah zu schildern. Obwohl man den Eindruck bekommen könnte, die Autorin würde eher zur maurischen Seite tendieren, gibt sie dem Leser keine Meinung vor, sondern beschreibt die Beweggründe der Machthaber neutral, so dass man für die Ansichten beider Parteien Verständnis aufbringen kann.
Doch „Die Maurin“ hat auch Schwächen: Trotz der Spannung, die durch zahlreiche aufeinander folgende Ereignisse und Wendungen entsteht, hat der Roman auch Längen und spielt mit dem ein oder anderen unnötigen Klischee. Außerdem wirken die Liebesgeschichten, die auch in diesem historischen Roman nicht fehlen dürfen, das ein oder andere Mal übertrieben und selbst die Protagonistin Zahra ist teilweise unrealistisch fortschrittlich in ihrem Handeln und Denken.
Dennoch ist Lea Kortes historischer Roman umfassend und informativ, mitreißend und voller kultureller Eindrücke, so dass „Die Maurin“ ein Stück spanischer Geschichte erzählt, das lebensecht und unterhaltend seine Leserschaft begeistern wird.
Wissenswertes
Interview mit Lea Korte zu "Die Maurin".
