Skinned

Skinned

Autor Robin Wasserman Genre Jugendbuch
Verlag script5
ISBN 978-3-8390-0106-6
Übersetzung Claudia Max Erscheinungsdatum (D) 07.01.10   
Erschienen 2008  Seiten 376

Inhalt

Lia Kahn ist tot. Oder auch nicht. Das kommt auf den Standpunkt an. Nach einem schweren Autounfall verstümmelt und mit schweren Verbrennungen so gut wie unheilbar verletzt, haben sich ihre Eltern zu einem ungewöhnlichen Schritt entschieden: Sie haben Lias Gehirn in eine Maschine mittels Download übertragen. Nun ist sie ein „Skinner“, mit einem künstlichen Körper und dem Geist eines Menschen. Lia war reich, beliebt und ein Trendsetter an ihrer Schule. Der Mittelpunkt. Doch selbst für eine Gesellschaft, die nach Atomkriegen und nuklearer Verseuchung die gentechnische Modifikation als Selbstverständlichkeit betrachtet, ist das zu viel Veränderung. Lia wird zum Außenseiter, zu einem „Ding“, auch in ihrer Familie. Die „Mechs“, wie die Skinner auch genannt werden, führen ein gesellschaftliches Schattendasein, doch Lia weigert sich dies anzuerkennen und versucht, ihr altes Leben aufrechtzuerhalten. Ein Kampf, den sie nicht gewinnen kann. Denn die Welt ist grausam zu jenen, die nicht in die Norm passen…

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 5 von 5 Bs Mit „Skinned“ liefert die amerikanische Autorin Robin Wassermann ein fulminantes Debüt ab. Die Geschichte von Lia Kahn und ihrem ungewöhnlichen Schicksal fesselt von der ersten Zeile an. Wassermann gelingt es jenseits von Vampiren und Werwölfen eine Handlung zu entwerfen, die an den Steven Spielberg-Film „A.I – Künstliche Intelligenz“ erinnert und gleichzeitig die elementaren Fragen nach dem Leben stellt. Was macht mich menschlich? Kann man eine Seele, Gefühle und Empfindungen in ein anderes Gefäß transportieren? Gentechnik und Robotik sind das Salz in der Suppe dieser besonderen und zugleich erschreckenden Zukunftsvision. Robin Wassermann zeichnet nicht nur ihre Figuren authentisch und facettenreich, sondern webt auch den Entwurf ihrer Welt mit leichter Hand, beinahe schon beiläufig, in die Geschichte ein. Stück für Stück offenbart sich uns eine zerstörte Erde, in der die großen Städte nach einem atomaren Krieg zu Slums verkommen und fast unbewohnbar sind. Nach Kriegen um die Wasservorräte haben sich die reichen Menschen in ihre Refugien zurückgezogen. Medizinische Hilfe gib es nur gegen genügend „Bonus“. Um die richtigen Kinder zu bekommen, ist fast jedes gentechnische Mittel recht und die eigentliche Macht haben große anonyme Konzerne. Die richtige Stimmung gibt es mit der richtigen Droge und die richtige Optik verspricht ein Lifting. Grausam ist diese Vision der Autorin, aber dadurch nicht minder realistisch oder faszinierend. Und inmitten all dem die Hauptfigur Lia, die mit ihrem neuen Zustand kämpft. Robin Wassermann zeichnet den Konflikt, den Lia zu bestreiten hat in all seinen kleinen und großen Ausprägungen glaubwürdig und nachvollziehbar. Die Autorin spielt dabei mit ureigenen Ängsten, den ethischen Fragen nach dem Glauben und dem Reiz des ewigen Lebens, verliert aber nie aus den Augen, dass Lia auch ein „ganz normaler“ Teenager mit den dazugehörigen Ängsten und Nöten ist. Ihre Geschichte wird nicht zu einer abgehobenen philosophischen Abhandlung, sondern bleibt packende, intelligente Unterhaltung. Auch dank einer Sprache, die sich durch großer Intensität und Eindringlichkeit auszeichnet.

Wissenswertes

Die Geschichte von Lia Kahn ist eine Trilogie und umfasst folgende Bände:

Band 1:
Skinned
Band 2:
Crashed
Band 3:
Wired

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