Bestialisch

Blood Brother

Bestialisch

Autor Jack Kerley Genre Thriller
Verlag Ullstein
ISBN 978-3-548-28041-7
Übersetzung Bettina Zeller Erscheinungsdatum (D) August 2010   
Erschienen 2008  Seiten 376

Inhalt

In New York trifft Detective Carson Ryder auf das Grauen: Seine geschätzte Freundin und Psychologin Vangie ist auf äußerst brutale Weise ermordet worden und hatte noch kurz zuvor in einer Videoaufnahme explizit um seine Hilfe gebeten. Die dortige Polizei ist zwar alles andere als begeistert von seiner Gegenwart, doch Carson lässt sich nicht abschütteln und ist mehr als interessiert daran, den Mörder zu finden. Doch es geht nicht allzu lange, bis er feststellen muss, dass dieser niemand anderes als sein eigener Bruder zu sein scheint, der vor vielen Jahren wegen mehrerer Morde verurteilt wurde und den er nach wie vor in Sicherheitsverwahrung glaubte. Ryder selbst hatte sich aufgrund der Tatsache, dass das erste Opfer seines Bruders ihr eigener Vater war, schon längst eine neue Identität zugelegt und will auch nun auf keinen Fall die direkte Verbindung preisgeben. So befindet er sich bald in einer brisanten Lage: Einerseits will er seinen Bruder stoppen, andererseits aber auch schützen. Doch weitere Morde werden verübt und bald verschwindet auch eine seiner neuen Kolleginnen spurlos und Carson weiß, dass er dieses Spiel nicht lange weitertreiben kann. Die einzige Hilfe, die er hat, ist die seines Kollegen aus Alabama und sein eigener untrüglicher Instinkt. So kommt er schrittweise der Wahrheit näher, doch die liegt ganz anders als er gedacht hatte ….

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 3 von 5 Bs Diese Geschichte geht richtig gut an den Start und bleibt geraume Zeit auf einem sehr ansprechenden Niveau mit vielen gedanklichen „Hintertürchen“. Der Leser entwickelt problemlos eigene Ideen und Fantasien und phasenweise vermutet man sogar die unglaublichsten Zusammenhänge. Umso enttäuschender ist dann, dass all diese eigenen Gedanken bald wie eine Seifenblase zerplatzen und die Auflösung des Geschehens anfangs zwar überraschend, dann aber doch allzu durchschaubar ist, sodass das letzte Drittel des Buches keine Haare mehr zu Berge stehen lässt. Zu früh wird der eigentliche Hintergrund der Geschehnisse in New York aufgelöst und zu lange ist der Autor am Schluss damit beschäftigt, dies alles in schöne, überschaubare Päckchen zu verpacken, die beim Öffnen nichts Neues mehr hervorbringen. Das eigentlich große Potential des Plots geht dabei schlussendlich verloren. Was aber erfreulicherweise bleibt, ist die gute Zeichnung der Charaktere, die glaubhaften Darstellungen menschlichen Leides und der seelischen Abgründe zutiefst verletzter Menschen. Somit bleibt dieses Buch trotz allem eine recht ansprechende Leistung des Autors.

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