Epidemie

Immunity

Epidemie

Autor Lori Andrews Genre Thriller
Verlag Ullstein
ISBN 9783548266121
Übersetzung Hanne Hammer Erscheinungsdatum (D) April 2010   
Erschienen 2008  Seiten 478

Inhalt

Alex Blake, ihres Zeichens Molekularbiologin und Pathologin in Washington, arbeitet für eine militärische Einrichtung, der sie keine großen Sympathien abgewinnen kann. Dennoch ist sie von ihrer Arbeit fasziniert und sehr an einem neuen Fall interessiert, bei dessen Untersuchung man sie um Hilfe bittet. Ein versteckter Ermittler ist unter mysteriösen und Grauen erregenden Umständen ums Leben gekommen. Sein Freund und Kollege, Castro, ist verzweifelt, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass dieser Todesfall vertuscht werden soll. Der Umstand, dass die Leiche kurz darauf aus der Pathologie verschwindet, erhärtet den Verdacht.

Zuerst wird Alex alle Unterstützung gegeben, doch je näher sie an die potentielle Ursache kommt, werden ihr immer mehr Privilegien entzogen. Weitere, ähnliche Todesfälle treten auf und diese erstrecken sich recht bald auf das ganze Land. Alle scheinen an einem hyperallergischen Schock gestorben zu sein, doch je weiter sie zusammen mit Castro und einigen anderen Mitarbeitern in ihrer Forschungsarbeit kommt, umso mehr muss sie feststellen, dass es sich hier um etwas Großes, Fürchterliches handeln muss, eine Epidemie .....

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 2 von 5 Bs Dieses Buch von Lori Andrews bedient alle (amerikanischen) Klischees, derer die Autorin habhaft werden konnte. Die tapfere, durch und durch moralische, aber nichtsdestotrotz mutige Medizinerin, der testosterongeschwängerte, unberechenbare, aber heldenhafte Ermittler, der Südstaatentrottel, der immer „Ma’am“ sagen muss, der hirnlose, muskulöse Militärfreak, der gerne Frauen belästigt, der aufopferungsvolle Doktor, der sein Leben dem Kampf gegen eine schwere Krankheit gewidmet hat, die korrupten Politiker, die alles ins Chaos stürzen und gar Rassenunruhen verursachen und zu guter Letzt noch der Wundercomputer, der mit Menschen spricht. Das ist alles wirklich „too much“.

Mal abgesehen davon, dass die Geschichte langweilig erzählt ist, und dass dem Umstand, dass der Ausbruch einer Epidemie eine Katastrophe erster Güte wäre, nicht ausreichend Rechnung getragen wird, werden die wenigen Sequenzen, die wirklich spannend hätten sein können, derart lustlos und beiläufig erzählt, dass beim Lesen keinerlei Gänsehautfeeling entsteht. Der Schluss ist dann auch noch so himmelschreiend kitschig, unwirklich und konstruiert, dass einem die Lust am Lesen endgültig vergeht. Der Epilog, der ja bei vielen Büchern nochmals eine unerwartete Wendung liefert, erinnert lediglich an den gähnend langweiligen Abspann in Kinofilmen, bei dem die Zuschauer schon längst wieder aufstehen und gehen. „Epidemie“ ist der „Ein-B-Bewertung“ und dem damit verbundenen Abstieg zum „Flop“ nur deswegen entgangen, weil einige medizinische Fakten ganz plausibel dargestellt werden, was dem Umstand zu verdanken ist, dass Lori Andrews selbst Expertin für Genetik ist. Ansonsten: Schnell wieder zurück ins Bücherregal!

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