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Kommende Buchkritiken
Die Prophetin vom Rhein
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Autor
Brigitte Riebe
Genre Historischer Roman
Verlag Diana ISBN 978-3-453-29079-2 Erscheinungsdatum (D) Januar 2010 Seiten 560 |
Inhalt
Als Ada von Ortenburg im Kloster auf dem Rupertsberg stirbt, sind ihre Kinder Theresa und Gero plötzlich auf sich allein gestellt. Während Theresa von Hildegard von Bingen, der Klostervorsteherin, gütig aufgenommen wird, muss Gero in die nahe Stadt, damit er dort ein Handwerk erlernt. Die Kinder sind zunächst verletzt und unzufrieden, haben doch beide den Tod ihrer Mutter kaum überwunden und werden schon in eine fremde Welt gestoßen.
Hildegard von Bingen ist vernarrt in das Mädchen und hofft, dass Theresa, die mittlerweile an den Alltag im Konvent gewöhnt ist, sich bald für ein Leben im Kloster entscheidet. Doch als Theresa sich in den Händlerssohn Willem verliebt, muss sie das Kloster verlassen und lernt von nun an bei der Wehmutter Eva, was es heißt, eine Hebamme zu sein. Sie ahnt noch nicht, dass Willem den Katharern angehört, einer Sekte, die Zeugung und Geburt verdammt und dass Hildegard von Bingen bald schon gegen sie predigen wird...
Buchkritik von Karolin Kullmann
„Die Prophetin vom Rhein“ ist nicht nur der Titel von Brigitte Riebes neuem Historienschmöker, sondern auch ein Beiname, den Hildegard von Bingen ihrer Visionen wegen trug. Wie man vermuten könnte, wird in diesem Roman das Leben der Hildegard von Bingen und ihr Wirken beleuchtet. Doch man sollte sich als Leser darauf einstellen, dass diese Frau keineswegs die Hauptfigur darstellt. Sie fungiert enttäuschenderweise eher als wichtigste Nebenfigur, die für einige Schlüsselszenen und bedeutsame Handlungsanstöße verantwortlich ist. So erhält der Leser dennoch einige Informationen zum Leben der Hildegard von Bingen und ihrem Alltag als Klostervorsteherin und Schriftstellerin, im Mittelpunkt steht aber das Schicksal der fiktiven Theresa von Ortenburg. Der Leser begleitet sie auf ihrem steinigen Weg, der über die Ausbildung zur Hebamme bis zum Leben unter der Sekte der Katharer führt, der zwischen Einigkeit und Zwietracht, Liebe und Hass liegt. Meint man zu Beginn, eine klischeehafte Frauengeschichte vor sich zu haben, wird man jedoch bald überrascht von einer fesselnden Handlung und fundierten historischen Fakten, die sich nahtlos ins Erzählte einpassen. Vom Leben im Kloster und der Arbeit als Hebamme bis hin zu ihrer Liebe zu Willem, für den sie sich den Katharern anschließt, wirkt alles realitätsnah und lebendig.
„Die Prophetin vom Rhein“ schafft es zwar nicht, die Figur der Hildegard von Bingen in den Mittelpunkt zu rücken, besticht dafür aber mit einer anderen fesselnden Geschichte, die für kurzweilige und spannende Unterhaltung sorgt und Historienliebhabern einen Blick wert sein sollte.